Wie Religionen und säkulare Bewegungen unsere Identität heute prägen
Leni HerrmannWie Religionen und säkulare Bewegungen unsere Identität heute prägen
Eine neue Veranstaltung untersucht, wie Religionen die Identität in der modernen Gesellschaft prägen – und was die Zukunft bringen könnte. Die Diskussionsrunde ist Teil der Reihe "Wer sind wir? Soziale Identitäten im Wandel" und versammelt Expert:innen, um sich mit veränderten Formen von Zugehörigkeit auseinanderzusetzen. Dabei geht es auch um die Frage, ob säkulare Bewegungen heute Funktionen übernehmen, die einst dem Glauben vorbehalten waren.
Zu den Gästen zählt Prof. Dr. Detlef Pollack, einer der führenden Religionssoziologen der Universität Münster. Seine Forschung konzentriert sich darauf, wie traditionelle Glaubenssysteme mit der heutigen Identitätsbildung interagieren.
In jüngsten Debatten in Deutschland werden Nationalismus und rechtspopulistische Strömungen – etwa der Aufstieg der AfD – als mögliche Ersatzformen für religiöse Bindungen diskutiert. Gleichzeitig hat der Umweltaktivismus, etwa durch Bewegungen wie Fridays for Future, eine Anhängerschaft gewonnen, die an die Hingabe früherer Glaubensgemeinschaften erinnert.
Weitere Themen der Veranstaltung sind Sportbegeisterung, insbesondere im Fußball und bei Nationalmannschaften, wo kollektive Identität oft religiöser Verehrung gleicht. Auch Selbstoptimierungstrends – von Fitness und Yoga bis hin zu Achtsamkeits-Apps – bieten vielen strukturierte Überzeugungssysteme. Selbst digitale Räume, wie Gaming-Clans oder Social-Media-Gruppen, vermitteln heute ein Zugehörigkeitsgefühl, das traditionellen Gemeinden Konkurrenz macht.
Die Diskussion analysiert, ob diese säkularen Bewegungen Religion tatsächlich ersetzen oder lediglich neben ihr existieren. Pollacks Erkenntnisse sollen aufzeigen, wie sich Identität in einer Zeit sinkender Kirchenbindung neu formt. Die Veranstaltung ist Teil einer umfassenderen Reihe, die den Wandel sozialer Zugehörigkeit in der Gegenwart untersucht.






