27 March 2026, 14:05

Wie Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie die AfD stärkt

Ein Plakat mit einem Zitat aus Building a Better America, das besagt, "Wir müssen die sozialen Medien-Plattformen für das nationale Experiment zur Rechenschaft ziehen, das sie an unseren Kindern durchführen - zum Profit.", verziert mit Sternen.

Wie Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie die AfD stärkt

Gemeinschaften des Misstrauens: Wie Zweifel an Institutionen die Politik verändern

In seinem neuen Buch untersucht der Soziologe Aladin El-Mafaalani, wie das wachsende Misstrauen gegenüber Institutionen politische Verschiebungen vorantreibt. "Gemeinschaften des Misstrauens" erforscht, warum sich Menschen von Gerichten, Wissenschaft und Medien abwenden – und wie populistische Gruppen diese Skepsis für sich nutzen. Die Studie wirft ein Licht auf den Aufstieg von Bewegungen wie der Alternative für Deutschland (AfD) sowie von Figuren wie Donald Trump.

El-Mafaalani argumentiert, dass es nicht ausreicht, rechtsextreme Parteien als unfähig zu entlarven, um das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen. Stattdessen bilden misstrauische Menschen enge digitale Netzwerke, in denen sie sich über gemeinsame Zweifel verbinden. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" lehnen traditionelle Institutionen ab und setzen ihr Vertrauen in Parteien, die ihre Ablehnung der liberalen Demokratie spiegeln.

Die AfD, 2013 als euroskeptische Partei gegründet, hat ihre Strategie im Laufe der Zeit angepasst. Anfangs auf die Kritik an der gemeinsamen Währung konzentriert, erweiterte sie ihr Programm später um anti-migratorische Positionen, kulturelle Identitätspolitik und wirtschaftliche Abstiegssorgen. Bis 2025 hatte die Partei ihren Wähleranteil verdoppelt, mit Alice Weidel als Kanzlerkandidatin bei der Bundestagswahl. Ihr Wachstum speiste sich aus gezielten Zielgruppen: Ostdeutsche, Arbeiter:innen, die sich wirtschaftlich abgehängt fühlen, sowie Menschen, die Migration und die etablierte Politik ablehnen.

Die Rhetorik der AfD kreiste um Bedrohungen der Freiheit und die angeblichen wirtschaftlichen Nachteile linksliberaler Politik. Besonders in Regionen wie Baden-Württemberg, wo sie 18,8 Prozent der Stimmen holte, fand sie Anklang. Gleichzeitig hatten etablierte Parteien wie die SPD Schwierigkeiten, die Sorgen der Arbeitnehmerschaft aufzugreifen – und ließen der AfD so Raum, über wirtschaftliche Themen Unterstützung zu mobilisieren.

El-Mafaalanis Analyse bietet einen Rahmen, um den Aufstieg der AfD und ähnlicher Bewegungen weltweit zu verstehen. Das Buch zeigt auch Wege auf, wie man ihrem Einfluss wirksamer begegnen könnte. Doch der Wiederaufbau von Vertrauen in die Demokratie bleibt eine komplexe Herausforderung für Institutionen und politische Führungskräfte.

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