27 March 2026, 18:06

"Richi"-Meme löst Streit über Privatsphäre und Kommerz aus – Familie wehrt sich

Gruppe von Menschen, die Eis-hockey auf einem Eisstadion spielen, mit Zuschauern auf den Tribünen, die Helme tragen und Hockey-Schläger halten, mit einer Wand im Hintergrund und einer Fahne links.

"Richi"-Meme löst Streit über Privatsphäre und Kommerz aus – Familie wehrt sich

Ein Schweizer Meme mit einem Jungen, der von einem Bagger fällt, hat eine juristische und ethische Debatte über Privatsphäre und kommerzielle Nutzung entfacht. Die Aufnahme stammt aus einer SRF-Dokumentation von 2010 und zeigt, wie Richi Schömbächler von der Maschine stürzt, während sein Vater alarmiert ruft. Nun wehrt sich die Familie gegen die weitverbreitete Ausbeutung des Clips ohne ihre Zustimmung.

Das "Richi"-Meme tauchte erstmals in einer Folge von Auf und davon auf, einer SRF-Serie, die das Leben der Familie Schömbächler begleitet. Die Szene zeigt den jungen Richi, der auf einem Bagger das Gleichgewicht verliert, gefolgt vom panischen Schrei seines Vaters Hermann. Zwar besitzt der SRF teilweise die Rechte an den Aufnahmen, doch der Familie stehen die Persönlichkeitsrechte an ihrem Bild und ihrer Stimme zu.

Mit der Zeit entwickelte sich der Clip in der Schweiz zu einem kulturellen Phänomen. Es erschienen Merchandise-Artikel wie Socken, Aufbügelmotive und sogar ein Kinderbuch mit Richi. 2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng einen Song namens Richi, der das Bagger-Motiv und Hermanns Ruf aufgriff. Zwei Studenten kreierten sogar ein Kartenspiel rund um das Meme.

Die Familie Schömbächler, die jahrelang Medienaufmerksamkeit mied, um die Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen, kritisierte öffentlich die unberechtigte Nutzung ihrer Bilder und Stimmen. Aufgrund ihrer Einwände strich der Schweizer Eishockeyverband das Meme als Torhymne. Auch Stubete Gäng kündigte an, ihren Song nach den Protesten neu aufzunehmen – diesmal ohne Hermanns Stimme.

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Trotz der Kontroverse verkauft das Unternehmen Swissmeme weiterhin Richi-Produkte. Es verweist auf laufende Gespräche mit dem SRF, der teilweise die Rechte an den Originalaufnahmen hält.

Die Haltung der Familie hat bereits Veränderungen bewirkt: Der Eishockeyverband und Stubete Gäng passten ihre Nutzung des Memes an. Dennoch bleiben kommerzielle Produkte mit Richi-Bezug erhältlich – und die Debatte über Einwilligung und Ausbeutung besteht fort. Der Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen viraler Kultur und dem Recht auf Privatsphäre auf.

Quelle