Bergisch Gladbach droht 2027 die Pleite – 50 Millionen Euro Defizit und Steuererhöhungen
Niklas NeumannBergisch Gladbach droht 2027 die Pleite – 50 Millionen Euro Defizit und Steuererhöhungen
Bergisch Gladbach steht vor ernsten finanziellen Herausforderungen: Der Haushaltsentwurf für 2026 weist ein voraussichtliches Defizit von fast 50 Millionen Euro auf. Der städtische Kämmerer warnt, dass die Stadt bereits 2027 insolvent werden könnte – eine Entwicklung, die Sorgen vor steigenden Steuern und einem wirtschaftlichen Niedergang in der Region schürt.
Der von Florian Fornoff (AfD) in einer Rede vorgestellte Haushaltsplan sieht Steuererhöhungen für die Bürger vor. Diese kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Hebesätze in Bergisch Gladbach bereits über dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen in Nordrhein-Westfalen liegen. Gleichzeitig bleiben die Ausgaben in Bereichen mit fragwürdiger Rendite hoch: Über 600.000 Euro fließen jährlich in Klimaschutzmaßnahmen, doch selbst die Verantwortlichen geben zu, dass diese keinen messbaren Einfluss auf die globalen Klimatrends haben. Auch der Hochwasserschutz – ein zentrales Anliegen der Bevölkerung – hat bisher keine greifbaren Ergebnisse vorzuweisen.
Die Stadtverwaltung steht zudem wegen Ineffizienz in der Kritik. Mit 97 Stellen im Personalwesen – mehr als das Fünffache des Durchschnitts in der Privatwirtschaft bei vergleichbarer Belegschaft – werden überhöhte Personalkapazitäten hinterfragt. Weitere 760.000 Euro gibt die Stadt für Stadtmarketing aus, doch Unternehmen und Analysten bemängeln, dass diese Kampagnen kaum Investitionen anziehen oder die lokale Wirtschaft beleben.
Die wirtschaftlichen Warnsignale mehren sich seit Monaten. Bereits im Februar 2026 erklärte Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, der Deindustrialisierungsprozess schreite in der Region unaufhaltsam voran. Daten aus dem späten Jahr 2024 zeigten, dass 38 Prozent der Industriebetriebe im Kreis bereits für Anfang 2025 Entlassungen planten. Trotz dieser klaren Abwärtstrends haben sich lokale Wirtschaftsführer oder Branchenvertreter bisher nicht eindeutig zu einem direkten Zusammenhang mit Regelwerken wie dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) geäußert.
Das Haushaltsdefizit und die Steuererhöhungen belasten Bürger und Unternehmen zusätzlich, die ohnehin schon mit wirtschaftlicher Unsicherheit kämpfen. Ohne grundlegende Kurskorrekturen drohen weitere Arbeitsplatzverluste, Kürzungen bei öffentlichen Leistungen und ein fortschreitender Rückgang der industriellen Aktivität. Die Verantwortlichen sehen sich nun vor der Aufgabe, die Finanzen zu stabilisieren und gleichzeitig die seit Langem bestehenden Ineffizienzen bei den Ausgaben zu bekämpfen.






