Die Linke in Rhein-Berg wählt neue Doppelspitze nach monatelangen Machtkämpfen
Niklas NeumannDie Linke in Rhein-Berg wählt neue Doppelspitze nach monatelangen Machtkämpfen
Die Linke in Rhein-Berg und Bergisch Gladbach wählt neue Führung nach monatelangen internen Konflikten
Die Partei Die Linke in Rhein-Berg und Bergisch Gladbach hat nach einer Phase innerparteilicher Streitigkeiten eine neue Doppelspitze gewählt. Kolja Pfeiffer und Iwona Winterscheid wurden mit deutlicher Unterstützung zu gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt und lösen damit die umstrittene Amtszeit von Tomás Santillán ab. Die Veränderungen folgen auf Monate der finanziellen Prüfungen und Führungskonflikte innerhalb des Ortsverbands.
Tomás Santillán, einst eine prägende Figur des regionalen Landesverbands, trat gemeinsam mit den bisherigen Co-Vorsitzenden Sylke Heisterhagen und Hale Bagherzadeh zurück. Sein Rückzug erfolgte nach anhaltenden Auseinandersetzungen über seinen unkonventionellen Führungsstil und die Finanzpolitik der Partei. Statt an der Regionalversammlung teilzunehmen, reichte er einen umfangreichen "Bericht des Vorstands" als Pressemitteilung ein, der von der Versammlungsleitung wegen formaler und inhaltlicher Mängel zurückgewiesen wurde.
Ein außerordentlicher Parteitag des Bergisch Gladbacher Ortsverbands soll nun über Santilláns künftige Rolle entscheiden. Unterdessen ergaben unabhängige Prüfungen des Landesverbands Die Linke NRW keine finanziellen Verfehlungen; die Parteifinanzen hätten sich bis Anfang 2026 stabilisiert. Verbesserte interne Kontrollen und gestiegene Mitgliedsbeiträge halfen, frühere Bedenken auszuräumen.
Im Rahmen des Führungswechsels übernahmen Kolja Pfeiffer und Iwona Winterscheid die Rolle der gleichberechtigten Sprecher:innen, während Marcel Scharge Klaus Reuschel-Schwitalla als Schatzmeister ablöste. Santillán räumte zwar eine Mitverantwortung für das ein, was er als "finanzielles Chaos" bezeichnete, äußerte sich aber zuversichtlich, dass der neue Vorstand die ausstehenden Probleme lösen werde. Die Partei wertet die Veränderungen inzwischen als Zeichen für Erneuerung und Stabilität.
Die Linke in Rhein-Berg hat sich damit von der Ära Santillán verabschiedet. Die finanziellen Überprüfungen ergaben keine Fehlverhalten, und die Organisation hat ihre Kontrollmechanismen gestärkt. Die anstehende Mitgliederversammlung wird klären, ob und in welcher Form Santillán künftig noch eine Rolle in der Parteiarbeit spielen wird.






