Willich streicht Geschwisterrabatte – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
Niklas NeumannWillich streicht Geschwisterrabatte – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren
In Willich ist eine hitzige Debatte über Kinderbetreuungsgebühren entbrannt, nachdem die Stadt plant, Geschwisterrabatte zu kürzen und die Kosten anzupassen. Eltern und lokale Initiativen lehnen die Vorhaben vehement ab und werfen der Verwaltung vor, Familien damit unzumutbar zu belasten. Die Pläne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt nach neuen Wegen sucht, den Haushaltsdruck zu verringern – bisher jedoch ohne greifbare Erfolge.
Auslöser des Streits war ein Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses, der die Verwaltung beauftragte, die elterlichen Eigenanteile zu überprüfen. Bis zum 28. April müssen die Behörden Änderungen vorlegen, die zusätzliche Einnahmen bringen sollen – darunter ein Vorhaben, durch die Reduzierung von Geschwisterermäßigungen 500.000 Euro einzunehmen und durch die Deckelung dynamischer Gebührenanpassungen bei drei Prozent weitere 100.000 Euro zu erwirtschaften.
Bürgermeister Christian Pakusch präzisierte später, es gehe vor allem um Anpassungen bei den Geschwisterbeiträgen und der Gebührenindexierung, nicht aber um eine vollständige Streichung der Rabatte. Dennoch sind viele Eltern empört und werfen der Stadt vor, Familien gezielt zur Haushaltssanierung heranzuziehen. Auch die SPD-Fraktion übt Kritik und betont, die Haushaltslücke dürfe nicht auf dem Rücken der Eltern geschlossen werden.
Der Widerstand formiert sich zunehmend, etwa durch den Jugendamtselternbeirat (JAEB), der sowohl Geschwistergebühren als auch höhere Anpassungen ablehnt. Währenddessen erheben benachbarte Kommunen wie Nettetal und Kempen bereits durchgehend 50 Prozent des regulären Beitrags für Geschwisterkinder in allen Betreuungssystemen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus und muss nach weiteren Beratungen von den gewählten Vertretern beschlossen werden.
Die Pläne der Stadt haben breite Verärgerung ausgelöst, eine Lösung ist bisher nicht in Sicht. Sollten die Änderungen durchgesetzt werden, müssten Eltern mehr zahlen, während die Verwaltung versucht, ein finanzielles Defizit zu schließen. Das weitere Vorgehen hängt nun von den anstehenden Diskussionen und Abstimmungen der lokalen Mandatsträger ab.






