14 March 2026, 20:05

Willich schließt Kitas wegen sinkender Geburtenraten und Haushaltsdrucks

Eine Karte eines geplanten Wohnbaugebiets mit farblich unterlegten Bereichen und Texten, die die Anzahl der Gebäude, Straßen und weitere Merkmale beschreiben.

Willich schließt Kitas wegen sinkender Geburtenraten und Haushaltsdrucks

Willich baut sein Betreuungsangebot für Kinder um – bedingt durch sinkende Nachfrage und Haushaltszwänge. Die Stadt plant, mehrere Einrichtungen zu schließen oder zu verlegen, darunter die Kita Alperhof und das Familienzentrum St. Irmgardis. Die Änderungen erfolgen vor allem in den nördlichen Stadtteilen, wo die Kinderzahlen stark zurückgehen. Manche Eltern sorgen sich nun um die Erreichbarkeit der Betreuungsplätze.

Das Gebäude der Kita Alperhof wird wegen baulicher Mängel und hoher Sanierungskosten abgerissen. Die Betreuung wird in das generationenübergreifende Projekt Reinershof verlegt. Die Stadt hat die neuen Wegezeiten geprüft: Mit den Buslinien 55 und 56 beträgt die Fahrzeit 16 Minuten, mit dem Auto sind es 9 Minuten.

Die Kita St. Irmgardis schließt zum Ende des Kindergartenjahres 2026/2027. Nach Umbaumaßnahmen zieht die Kita Villa Kunterbunt in das gleiche Gebäude ein. Gleichzeitig endet das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK zum 31. Juli 2026.

Die Förderung für die vom AWO betriebene Kita Blaues Haus in Schiefbahn wurde hingegen bis zum 31. Juli 2027 verlängert. Stadtvertreter und der Kirchenvorstand wollen die weiteren Bedarfe im Dialog klären, während die Anpassungen vorgenommen werden.

Besonders stark trifft der demografische Wandel den Norden Willichs. Seit 2020 sind die Geburtenzahlen dort um 30 Prozent gesunken – die Fruchtbarkeitsrate liegt bei nur noch 1,14 Kindern pro Frau, während sie in ganz Nordrhein-Westfalen bei 1,44 liegt. Die Zahl der unter Dreijährigen verringerte sich von 2018 bis 2025 um 26 Prozent, sodass aktuell 354 Kita-Plätze ungenutzt bleiben. Neue Wohngebiete konnten den Rückgang nicht ausgleichen.

Ziel der Umstrukturierung ist es, das Angebot an die gesunkene Nachfrage anzupassen. Dennoch fühlen sich einige Familien im Norden Willichs von lokalen Betreuungsmöglichkeiten abgeschnitten. Bis 2029 rechnet die Stadt mit einem Überschuss von 440 Kita-Plätzen. Die Verwaltung will weiterhin im Austausch mit Bürgerinitiativen und Trägern bleiben, um Bedenken aufzugreifen und die Pläne bei Bedarf anzupassen.

Quelle