29 June 2026, 14:05

Wie Solingens Bestattungskultur sich radikal verändert hat

Zunehmende Anzahl von Urnenbeisetzungen auf evangelischen Friedhöfen

Wie Solingens Bestattungskultur sich radikal verändert hat

Bestattungskultur in Solingens evangelischen Friedhöfen hat sich in den letzten Jahren gewandelt

In den evangelischen Friedhöfen Solingens haben sich die Bestattungsgewohnheiten in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Immer mehr Familien entscheiden sich für pflegeleichte Grabformen, während die Nachfrage nach Urnenbestattungen deutlich gestiegen ist. Diese Entwicklungen spiegeln sich in den veränderten Wünschen von Angehörigen und Friedhofsnutzern wider.

Noch 2014 waren Sarg- und Urnenbestattungen in Solingens evangelischen Friedhöfen fast gleichauf. Bis 2022 entfielen bereits über zwei Drittel aller Beisetzungen auf Urnenbestattungen – ein Trend, der mit dem Rückgang klassischer Erdbestattungen einhergeht.

Neue Grabarten wie Wiesengräber, Kolumbarien und Baumbestattungen ergänzen mittlerweile das Angebot. Die meisten dieser Varianten erfordern kaum Pflege, da die Friedhofsgärtner die Instandhaltung gegen eine einmalige Gebühr übernehmen. Das kommt besonders Angehörigen entgegen, die weit entfernt wohnen oder sich nicht regelmäßig um die Grabpflege kümmern möchten.

Besondere Angebote wie das „Kunst- und Kultur“-Urnengrab auf dem Friedhof Kasinostraße oder der „Garten der Hoffnung“ auf dem Friedhof Grünbaumstraße bereichern das Spektrum. Zudem sind Bestattungen für Nicht-Kirchenmitglieder nun möglich – eine Abkehr von früheren Regelungen.

Die jährliche Zahl der Beisetzungen in Solingens evangelischen Friedhöfen bleibt mit etwa 800 bis 850 stabil. Doch der Anstieg der Urnenbestattungen und pflegeleichten Gräber zeigt einen deutlichen Wandel in der lokalen Bestattungskultur. Die neuen Optionen bieten Familien mehr Flexibilität und verringern gleichzeitig den langfristigen Pflegeaufwand.

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