03 April 2026, 06:06

Untersuchung entkräftet Vorwürfe rituellen Missbrauchs in deutschen Bistümern

Ein altes, offenes Buch mit dem Titel "The Book of Common Prayer and Administration of the Sacraments, Rites and Ceremonies of the Church of England" mit sichtbarem schwarzem Text auf der Seite.

Untersuchung: Keine Hinweise auf satanistische Missbrauch in Diözesen - Untersuchung entkräftet Vorwürfe rituellen Missbrauchs in deutschen Bistümern

Unabhängige Untersuchung findet keine Beweise für rituellen sexuellen Missbrauch in deutschen Diözesen

Eine unabhängige Untersuchung zu Vorwürfen rituellen sexuellen Missbrauchs in mehreren deutschen Bistümern hat keine Belege für die Behauptungen gefunden. Der von der Kölner Kanzlei Feigen-Graf erstellte Bericht prüfte Anschuldigungen gegen fünf hochrangige Kirchenvertreter, darunter drei Kardinäle und einen Bischof.

Im Mittelpunkt standen Vorwürfe von Betroffenen, die sich an Beratungsstellen in Münster, Essen und Osnabrück gewandt hatten, darunter die Beratungsstelle Organisierte sexuelle und rituelle Gewalt des Bistums Münster sowie der Arbeitskreis Rituelle Gewalt, der jahrelang Theorien über rituelle Gewalt öffentlich verbreitet hatte.

Die Psychologinnen Silvia Gubi-Kelm und Petra Wolf analysierten die Fälle und kamen zu dem Schluss, dass die Erinnerungen an rituellen Missbrauch wahrscheinlich falsch seien. Ihre Bewertung deutet darauf hin, dass therapeutische Methoden diese Erinnerungen beeinflusst oder sogar geformt haben könnten. Der Bericht verwies zudem auf mögliche suggestive Einflüsse von außen, insbesondere im Rahmen von Therapiesitzungen.

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Die Ermittler befragten Betroffene und werteten deren Schilderungen aus, fanden jedoch keine konkreten Beweise für organisierte Netzwerke oder schwere Straftaten. Zwar glaubten die Ankläger aufrichtig an ihre Erfahrungen, doch der Bericht stellte fest, dass es keine tatsächliche Grundlage für die Vorwürfe gab. Die Endfassung des Dokuments wird in anonymisierter und gekürzter Form veröffentlicht.

Kritik übte die Untersuchung an früheren Beratungsangeboten in Münster, die die Betroffenen dem Bericht zufolge tiefer in die Suche nach Erinnerungen hineingezogen hätten. Statt Missbrauch aufzudecken, könnten diese Bemühungen vielmehr unbegündete Überzeugungen verstärkt haben.

Die Ergebnisse entlasten die beschuldigten Kirchenvertreter – Franz Kardinal Hengsbach, Joseph Kardinal Höffner, Joachim Kardinal Meisner, Johannes Kardinal Degenhardt und Bischof Reinhard Lettmann – von jedem Fehlverhalten. Da keine Hinweise auf organisierte Missbrauchsnetzwerke vorliegen, rückt die Untersuchung die Rolle therapeutischer Praktiken bei der Entstehung der Vorwürfe in den Fokus. Die vollständigen Ergebnisse werden mit Schwärzungen zum Schutz der Identitäten veröffentlicht.

Quelle