Räumung des "Sündenwalds" in Manheim beginnt trotz Protesten der Aktivist:innen
Leni HerrmannRäumung des "Sündenwalds" in Manheim beginnt trotz Protesten der Aktivist:innen
Der "Sündenwald" in Manheim soll in den kommenden Tagen gerodet werden – nach monatelangen Protesten
Aktivist:innen besetzen das Gebiet seit dem Sommer 2025 und hatten damit die ursprünglich für Ende 2024 geplante Rodung verzögert. Die Stadt Kerpen hat nun ein striktes Betretungsverbot verhängt, um die Räumung voranzutreiben.
Eigentlich sollte der Wald bereits Ende 2024 abgerissen werden. Doch durch Besetzer:innen, die seit dem Sommer 2025 in Baumhäusern lebten, wurden die Pläne gestoppt. Nun hat die Stadt eine Allgemeinverfügung erlassen, die allen Außenstehenden bis zum Abschluss der Rodung den Zutritt zum Gelände untersagt.
Das Verbot tritt ab dem 6. Oktober um Mitternacht in Kraft. Die Stadt warnt vor "schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen für RWE Power AG", falls es zu weiteren Verzögerungen kommt. Der Energiekonzern, dem der Großteil des Manheimer Brachlands gehört, benötigt den Abraum über der Braunkohle, um Halden zu einebnen.
Noch halten sich etwa fünf bis zehn Aktivist:innen im Wald auf, doch es werden weitere erwartet. Die Organisator:innen des Widerstands rufen zu Kleidungs- und Lebensmittelspenden auf. Für Montag, 11:00 Uhr, ist zudem eine Pressekonferenz vor Ort angesetzt.
Die Rodung wird unter strengen Auflagen stattfinden – die Öffentlichkeit erhält keinen Zutritt. Während die Aktivist:innen weiter Widerstand leisten, besteht die Stadt auf die Durchführung der Räumung. Das Ergebnis wird entscheiden, ob RWE seine Pläne umsetzen kann oder mit weiteren Rückschlägen rechnen muss.






