21 March 2026, 16:11

Neubaur fordert schärfere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Collien-Fernandes-Fall

Schwarzes und weißes Foto eines Mannes im Anzug und mit Krawatte mit zentriertem Text und Logo, das einen Zitat über politische Verhaltensweise und Integrität enthält.

Neubaur fordert schärfere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Collien-Fernandes-Fall

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, fordert dringende Rechtsreformen, um den Missbrauch von Deepfakes zu bekämpfen. Ihre Äußerungen folgen auf die öffentliche Stellungnahme der Schauspielerin Collien Fernandes, die selbst Opfer gefälschter expliziter Bilder wurde. Neubaur warnte, dass die aktuellen Gesetze die wachsende Bedrohung durch digitale Gewalt nicht wirksam eindämmen können.

Neubaur lobte Fernandes als "eine mutige Frau", deren öffentliches Auftreten anderen Betroffenen ein starkes Signal sende. Sie betonte, dass Deepfakes längst kein Nischenproblem mehr seien, sondern eine weitverbreitete Form des Missbrauchs darstellten.

Die Politikerin wies auf gravierende rechtliche Lücken in Deutschlands Umgang mit digitaler Gewalt hin. Während Spanien mit einem Gesetzentwurf nicht einvernehmliche Deepfakes mittlerweile mit ein bis zwei Jahren Haft bestraft, fehlen in Deutschland spezialisierte Gerichte oder gezielte Regelungen. Die spanischen Reformen waren eine Reaktion auf Skandale wie den Fall von Almendralejo 2024, bei dem Jugendliche KI-generierte Nacktbilder von Minderjährigen verbreiteten. Zudem verhängte die spanische Datenschutzbehörde im Herbst 2024 Europas erste Strafe in Höhe von 2.000 Euro für ein gefälschtes explizites Foto.

Neubaur forderte, Deutschland solle dem spanischen Vorbild folgen und spezielle Gerichte für sexualisierte Gewalt – sowohl physisch als auch digital – einrichten. Zudem müsse digitaler Missbrauch im Sexualstrafrecht genauso schwerwiegend behandelt werden wie körperliche Angriffe.

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Aktuell stützt sich Deutschland auf allgemeine Gesetze zu Sexualstraftaten, die Deepfakes nicht explizit erfassen und keine spezialisierten Gerichtsstrukturen vorsehen. Neubauers Appell unterstreicht den wachsenden Druck, rechtliche Schlupflöcher zu schließen und Opfer digitaler Gewalt besser zu schützen.

Quelle