14 March 2026, 14:10

Münsters Start-up eeden revolutioniert Textilrecycling mit bahnbrechender Technologie

Ein Stück Stoff mit einem kreisförmigen Design, das aus leuchtenden, detailreichen Formen besteht, einschließlich Kreisen, Quadraten und Dreiecken auf einem weißen Hintergrund.

Münsters Start-up eeden revolutioniert Textilrecycling mit bahnbrechender Technologie

Münsters Start-up eeden kämpft mit neuer Recyclinglösung gegen die Textilabfallkrise

Das in Münster ansässige Start-up eeden geht das wachsende Müllproblem der Textilindustrie mit einer innovativen Recyclingtechnologie an. Gegründet von Steffen Gerlach und Reiner Mantsch, hat das Unternehmen ein Verfahren entwickelt, das alte Stoffe in wiederverwendbare Rohstoffe umwandelt. Damit könnte ein erheblicher Teil der jährlich weltweit anfallenden Millionen Tonnen Textilabfall vermieden werden.

Gerlach und Mantsch starteten eeden, nachdem sie das wirtschaftliche Potenzial einer Kreislaufwirtschaft erkannt hatten. Ihr Fokus lag auf der Lösung eines zentralen Problems: Der Großteil des Textilmülls – insbesondere gemischte Stoffe – landet auf Deponien, weil sich Materialien wie Baumwolle und Polyester bisher kaum trennen ließen. Die von eeden entwickelte Technologie macht diese Trennung nun möglich und gewinnt hochwertige Zellulose sowie chemische Bestandteile, die für neue Textilien genutzt werden können.

Das Ausmaß des Problems ist gewaltig: Weltweit fallen jährlich zwischen 92 und 120 Millionen Tonnen Textilabfall an, wobei weniger als 1 Prozent zu neuer Kleidung recycelt wird. Allein in Europa werden jährlich 12,6 Millionen Tonnen entsorgt, während Deutschland 2023 rund 175.000 Tonnen sammelte. Gleichzeitig produziert die Branche über 120 Millionen Tonnen neue Textilien pro Jahr – zwei Drittel davon werden kurz nach dem Kauf weggeworfen.

eeden hat mit seiner Pionierarbeit bereits bedeutende Investoren überzeugt. Das Unternehmen sicherte sich über 20 Millionen Euro von Förderern wie dem High-Tech Gründerfonds, der NRW.Bank und Forbion. Die Mittel fließen in den Bau der ersten industriellen Demonstrationsanlage in Münster, wo ein Team von mehr als 25 Mitarbeitenden daran arbeitet, die Technologie in großem Maßstab einsatzfähig zu machen.

Eine neue EU-Verordnung schreibt nun die getrennte Sammlung von Textilabfällen vor – eine Entwicklung, die eeden einen kontinuierlichen Zugang zu Rohstoffen garantiert. Langfristig plant das Unternehmen, seine Technologie weltweit zu lizenzieren, und nutzt Deutschland als Basis, um zu beweisen, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich lukrativ sein kann.

Mit der ersten Anlage in Entwicklung und starker finanzieller Unterstützung rückt eeden seinem Ziel näher, Textilrecycling im industriellen Maßstab rentabel zu machen. Die Methode des Start-ups könnte nicht nur Abfall reduzieren, sondern auch Herstellern recycelte Materialien liefern. Gelingt der Durchbruch, könnte eedens Modell einen neuen Standard für Nachhaltigkeit in der Modebranche setzen.

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