06 May 2026, 02:56

Münsteraner Mieter zahlen 800 Euro mehr Heizkosten – wegen neuer Wärmepumpen-Verträge

Säulendiagramm, das den Stromertrag aus Wind und Sonne in Deutschland vergleicht, mit begleitendem erklärendem Text.

Münsteraner Mieter zahlen 800 Euro mehr Heizkosten – wegen neuer Wärmepumpen-Verträge

Mieter in Münster kämpfen mit drastisch gestiegenen Heizkosten, nachdem die Wohnungsbaugesellschaft LEG ein neues Wärmepumpen-System eingeführt hat. Die Umstellung ist Teil eines größeren Abschieds von gasbetriebenen Etagenheizungen, doch das zugrundeliegende Contracting-Modell wirft Fragen nach Fairness und Transparenz auf. Nach einem Bericht des NDR hat LEG seine Modernisierungspläne nun vorläufig gestoppt – wie es weitergeht, bleibt ungewiss.

Im Mittelpunkt steht eine Münsteraner Wohnanlage, in der Mieter wie Ines Rodriguez künftig jährlich 2.486 Euro für Heizkosten zahlen sollen – 806 Euro mehr als bisher mit ihrer Gasheizung. Dieser Anstieg ergibt sich aus einem Contracting-Vertrag mit einer festen monatlichen Grundgebühr von 140 Euro, die selbst dann anfällt, wenn noch nicht geheizt wurde. Durch dieses Modell steigen LEGs neue Kosten auf 1,80 Euro pro Quadratmeter – deutlich über der Obergrenze von 0,50 Euro, die das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorsieht.

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) betont zwar, dass Contracting grundsätzlich eine sinnvolle Lösung sein könne, sofern die Kosten transparent und angemessen bleiben. Doch Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen warnt, dass solche Verträge bei Einzelheizungen besonders für Mieter problematisch seien. Während herkömmliche Modernisierungskosten von Vermietern nur bis zur GEG-Grenze umgelegt werden dürfen, umgehen Contracting-Modelle diese Schutzmechanismen.

Kritiker verweisen zudem darauf, dass Vermieter eigene Tochterfirmen gründen können, um die Wärmepumpen-Dienstleistungen zu verwalten – und so Wettbewerb umgehen sowie mögliche Gewinne einstreichen. Angesichts der geplanten Umstellung vieler Mietwohnungen von Gasheizungen auf dezentrale Wärmepumpen drohen Mieter bundesweit ähnliche Kostenexplosionen, sollten Vermieter auf individuelle Contracting-Lösungen setzen.

LEGs Entscheidung, die Modernisierung vorerst zu stoppen, folgt wachsender Kritik an den finanziellen Folgen des Modells für Mieter. Die Pause lässt betroffene Bewohner in Unsicherheit zurück, während grundsätzliche Bedenken bleiben: Wie könnte Contracting die Heizkosten im deutschen Mietsektor langfristig verändern? Die Zukunft des Münsteraner Projekts – und ähnlicher Vorhaben – bleibt vorerst offen.

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