14 March 2026, 08:05

Loriots Kultfilme und ihre echten Drehorte – von Werder (Havel) bis Usedom

Ein Schwarz-Weiß-Entwurf eines Hauses mit mehreren Zimmern, das als Villa in Dresden, Deutschland, identifiziert wird.

Loriots Kultfilme und ihre echten Drehorte – von Werder (Havel) bis Usedom

Zwei Kultfilme des deutschen Humoristen Vicco von Bülow – besser bekannt als Loriot – sind bis heute mit bekannten Orten in ganz Deutschland verbunden. "Ödipussi" (1988) und "Pappa ante Portas" (1991) spielten an realen Schauplätzen, von denen viele noch immer existieren. Gleichzeitig hat der jüngste Immobilienkauf des Fernsehmoderators Günther Jauch das Interesse an Loriots Bezug zum Starnberger See neu entfacht.

Vicco von Bülow, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie. Noch vor seiner Filmkarriere wurde er in den 1950er-Jahren mit humorvollen Büchern wie "Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft" und "Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick" bekannt. Seine späteren Filme "Ödipussi" und "Pappa ante Portas", in denen Evelyn Hamann mitspielte, avancierten zu Klassikern der deutschen Komödie.

Die Außenaufnahmen für "Ödipussi" entstanden in Werder (Havel) bei Potsdam, wo noch heute das Haus des Protagonisten steht. Die Innenaufnahmen drehte man in den Babelsberger Studios, während weitere Szenen an verschiedenen Orten in Brandenburg entstanden. Viele dieser Originalschauplätze sind bis heute erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich.

In "Pappa ante Portas" spielten Schlüsselzenen in Berlin und auf Usedom. Das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin-Kreuzberg diente als Arbeitsplatz von Heinrich Lohse, dessen Entlassung die Familientragödie auslöste. Die Seebrücke Ahlbeck auf Usedom war Schauplatz der Geburtstagsfeier von Renate Lohses Mutter – eine weitere unvergessliche Szene.

Loriots Sketch "Zimmerverwüstung" aus dem Jahr 1976 zeigte sein Talent, aus kleinen Missgeschicken chaotische Eskalationen zu machen. Dennoch gibt es Spekulationen, dass er trotz seines Ruhms nur selten an seinem Haus am Starnberger See drehte. Das Anwesen wurde inzwischen von Günther Jauch erworben, einem langjährigen Verehrer von Loriots Humor. Jauch bringt Erfahrung in der Bewahrung kultureller Stätten mit, etwa durch die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam.

Loriots Filme verbinden bis heute Komödie mit realen deutschen Orten – von Werder (Havel) bis Usedom. Die Erhaltung dieser Schauplätze ermöglicht es Fans, die Originalkulissen seiner Werke zu besuchen. Mit dem Kauf des Hauses am Starnberger See durch Günther Jauch wird das Erbe des Komikers zudem mit modernen Bemühungen um den Kulturgüterschutz verknüpft.

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