Literarischer Dialog über Identität und Kolonialismus in Duisburg
Ein literarischer Abend mit dem Titel "Ein Dialog über die Suche nach sich selbst" bringt im nächsten Monat zwei gefeierte Autorinnen in Duisburg zusammen. Raphaëlle Red und Kathrin Schrocke sprechen darüber, wie Identität, Migration und koloniale Geschichte ihre Romane prägen. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 4. November, um 18 Uhr statt und bietet die Gelegenheit, Geschichten von Zugehörigkeit und Entwurzelung zu erkunden.
Im Mittelpunkt des Abends stehen zwei eigenständige, doch thematisch verbundene Werke. Raphaëlle Reds "Adikou" begleitet eine junge Frau auf der Spurensuche nach ihren Wurzeln zwischen Frankreich, Togo und den USA. Ihre Reise entfaltet sich vor dem Hintergrund einer fragmentierten Familiengeschichte und den nachwirkenden Narben des Kolonialismus – Themen, die auch in anderen afrikanischen Erzählungen über weiße Soldaten und historisches Trauma widerhallen. Kathrin Schrockes "Weiße Tränen" hingegen rückt einen 16-Jährigen in den Fokus, der sich mit Alltagsrassismus und der Last seines eigenen Privilegs in Deutschland auseinandersetzt.
Die Diskussion wird untersuchen, wie Herkunft und Hautfarbe das Selbstverständnis beeinflussen. Anabelle Assaf, Übersetzerin, Lektorin und Literaturagentin, übernimmt die Moderation. Beide Romane, obwohl in unterschiedlichen Kontexten angesiedelt, spiegeln grundlegende Fragen zu den europäischen Kolonialerben und deren Auswirkungen auf Migrationserfahrungen heute wider.
"Ein Dialog über die Suche nach sich selbst" ist Teil der Reihe DIALOGUE, einer Kooperation zwischen literaturgebiet.ruhr und dem Zentrum für Erinnerungskultur. Das Projekt wird von der NRW-Stiftung gefördert. Der Eintritt kostet 5 Euro, zahlbar bar an der Abendkasse. Interessierte können sich vorab über die Website der Veranstalter oder unter der Telefonnummer 0203 / 283 2640 anmelden.
Die Veranstaltung bietet eine Plattform für eine vertiefte Auseinandersetzung mit Identitätsbildung durch Literatur. Die Besucher:innen erfahren aus erster Hand, wie Red und Schrocke persönliche und historische Erzählstränge in ihre Geschichten einweben. Ziel der Diskussion ist es, die langfristigen Folgen des Kolonialismus für individuelle Lebenswege und gesellschaftliche Strukturen zu beleuchten.






