23 April 2026, 00:12

Kontrollierte Sprengung beendet Ära der Kohle in Gelsenkirchen-Scholven

Steinkohlekraftwerk mit hohem Schornstein in einer städtischen Umgebung, umgeben von Gebäuden, Infrastruktur, Fahrzeugen und Bäumen unter einem bewölkten Himmel.

Kontrollierte Sprengung beendet Ära der Kohle in Gelsenkirchen-Scholven

Kühlturm des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven in kontrollierter Sprengung abgerissen

Am 6. September 2025 wurde ein gewaltiger Kühlturm des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Die Detonation markierte einen entscheidenden Schritt in Unipers Plan, den ehemaligen Kohlestandort in einen modernen, wasserstofffähigen Energiehub umzuwandeln. Evakuierungen waren nicht erforderlich, und die Aktion erfolgte nach monatelanger sorgfältiger Vorbereitung mit den lokalen Behörden und ansässigen Unternehmen.

Die Abrissarbeiten begannen bereits im April 2024, als Uniper mit dem Rückbau des Kohleblocks auf dem Scholven-Gelände startete. Der Kühlturm selbst wurde mit 60 Kilogramm Sprengstoff gezielt zum Einsturz gebracht, um ein präzises Umkippen in eine vorbestimmte Richtung zu gewährleisten. Zuvor waren vertikale und Fallschlitze in die Struktur geschnitten worden, um den Kollaps zu steuern.

Uniper arbeitete eng mit der Stadt Gelsenkirchen, dem Netzbetreiber Amprion und benachbarten Unternehmen zusammen, um einen detaillierten Sicherheitsplan zu erarbeiten. Die Sprengung war nicht nur ein technischer Vorgang, sondern auch ein symbolischer Moment – sie steht für den Wandel weg von der Kohle hin zu saubereren Energielösungen.

Das Unternehmen plant nun, die zurückbleibenden 11.000 Tonnen Betonschutt vor Ort zu recyceln. Weitere Abrissarbeiten sind für 2025 vorgesehen, darunter das Kesselhaus F und die REA-Anlage, während 2026 zusätzliche Rückbauarbeiten anstehen. Auf dem freigeräumten Gelände soll langfristig ein neues Gaskraftwerk entstehen, das bei voller Inbetriebnahme vollständig mit Wasserstoff betrieben werden kann.

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Die Anlage wird H2-ready sein, das heißt, sie kann von Erdgas auf Wasserstoff umstellen, sobald dieser verfügbar ist. Das Projekt fügt sich in die größeren Bestrebungen ein, die Energieerzeugung zu dekabonisieren, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden oder die industrielle Bedeutung des Standorts zu verlieren.

Mit dem kontrollierten Abriss des Kühlturms verschwindet ein langjähriges Wahrzeichen der Kohleenergie in Gelsenkirchen. Die Neugestaltung des Geländes konzentriert sich auf wasserstofffähige Infrastruktur und unterstützt so die Energiewende in Deutschland. In den kommenden Jahren plant Uniper weitere Rückbauarbeiten sowie den Bau des neuen Gaskraftwerks.

Quelle