31 March 2026, 12:08

KiBiz-Reform in NRW: Kitas und Eltern protestieren gegen drohende Qualitätsverluste

Plakat für die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri, das eine Gruppe von Menschen in traditioneller Kleidung in Not zeigt, mit Text oben und unten.

KiBiz-Reform in NRW: Kitas und Eltern protestieren gegen drohende Qualitätsverluste

Kitas und Träger in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)

Eltern, Erzieherinnen und Kinder haben sich diese Woche vor dem katholischen Kindergarten St. Josef Saalhausen in Lennestadt versammelt, um gegen die geplanten Reformen des Landes zu demonstrieren. Im Mittelpunkt der Kritik stehen unzureichende Finanzierung, Personalmangel und die befürchteten negativen Auswirkungen auf die Betreuungsqualität. Die Proteste finden statt, während die Landesregierung die Umsetzung der Neuregelungen für das kommende Jahr vorbereitet.

Organisiert wurden die Kundgebungen vom Trägerverbund WIR-KITAs unter dem Motto "Wir sind sprachlos". Bis zum 31. März 2026 haben sich bereits 47 Kitas und 12 Träger öffentlich gegen die Reform ausgesprochen – mit Verweis auf ungedeckte Bedarfe und finanzielle Überlastung. Weitere Demonstrationen sind für den 10. April in Düsseldorf, Köln, Dortmund und Münster geplant.

Die im Januar vorgestellte KiBiz-Reform berücksichtigt laut Kritikern die Inflation nicht ausreichend, sodass viele Einrichtungen mit steigenden Kosten kämpfen. Explodierende Energiekosten und ein massiver Fachkräftemangel verschärfen die Situation zusätzlich. Vanessa Frankenthal, Leiterin des Kindergartens St. Josef Saalhausen, erklärt, dass sich Erzieherinnen überlastet fühlten und den Bedürfnissen der Kinder nicht mehr gerecht werden könnten.

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Besonders umstritten ist das neue "Kern- und Randzeiten"-Modell*, das nach Ansicht der Protestierenden die Betreuungsqualität verschlechtern werde. Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, warnt, dass die Änderungen die Entwicklung ihrer Kinder beeinträchtigen könnten. Trotz der massiven Kritik hat die Landesregierung für das kommende Kita-Jahr zusätzliche 200 Millionen Euro zugesagt.

Sollten die Reformen verabschiedet werden, treten sie 2027 in Kraft. Zwar soll die zusätzliche Förderung einige Probleme abmildern, doch die Demonstranten bestehen darauf, dass die Einrichtungen weiterhin unterfinanziert bleiben würden. Mit wachsendem Widerstand in der Region sind weitere Proteste zu erwarten.

Quelle