KI im Gesundheitswesen: Warum die Umsetzung so schwerfällt – trotz großer Chancen
Niklas NeumannKI im Gesundheitswesen: Warum die Umsetzung so schwerfällt – trotz großer Chancen
KI im Gesundheitswesen auf dem Vormarsch – doch die Umsetzung bleibt eine Herausforderung
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Gesundheitsbereich nimmt zu, doch es gibt weiterhin Hürden, sie so zu gestalten, dass sie sowohl Patienten als auch Ärzten zugutekommt. Beim BIG BANG AI FESTIVAL diskutierten Experten, wie sich die Kluft zwischen Technologie und medizinischem Alltag überbrücken lässt. Ein zentraler Punkt war dabei, dass KI die menschliche Komponente der Medizin unterstützen – nicht ersetzen – soll.
Die Hanse Merkur, ein privater Krankenversicherer, treibt die Integration digitaler Gesundheitslösungen in den Alltag voran. Zu ihren jüngsten Initiativen gehört ein mobiles, KI-gestütztes Mini-EKG, das frühzeitig Herzrhythmusstörungen erkennen und so Schlaganfälle verhindern helfen soll.
Das BIG BANG AI FESTIVAL startete 2021 als gesundheitsorientierte Veranstaltung in Essen und entwickelte sich bis 2024 zu einem B2B-KI-Festival in Berlin. Die Hanse Merkur engagierte sich zunehmend – zunächst mit einer eigenen Bühne, der 2024 noch "Merkur Stage" genannten, die 2025 in "Hanse Merkur Stage" umbenannt wurde. Das Unternehmen nutzte diese Plattform, um praxisnahe Anwendungen von KI im Gesundheitswesen voranzutreiben.
In einem E-Mail-Austausch erörterten Professor Jochen A. Werner und Eric Bussert die Chancen und Hindernisse von KI in der Medizin. Beide waren sich einig, dass das Hauptproblem in Deutschland nicht der Mangel an Forschung, sondern die Schwierigkeit liegt, Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Sie nannten drei zentrale Herausforderungen: den Umgang mit Daten, die Akzeptanz bei Patienten und die Finanzierung. Zudem sprachen sie über die Rolle der Versicherer bei der Gestaltung eines digitalen Gesundheitsökosystems, das Technologie, Versicherte und medizinisches Personal verbindet.
Werner und Bussert betonten, dass KI das Arzt-Patienten-Verhältnis bereichern, aber nicht ersetzen solle. Der menschliche Aspekt der Medizin stehe im Mittelpunkt, während Technologie als Werkzeug – nicht als Ersatz – dienen müsse. Die Hanse Merkur arbeitet bereits mit Partnern wie Avi Medical zusammen, um die digitale Versorgung voranzubringen. Das mobile Mini-EKG ist ein Beispiel dafür, wie KI frühzeitig Gesundheitsrisiken erkennen und die Behandlungsergebnisse verbessern kann.
Das BIG BANG AI FESTIVAL bleibt eine wichtige Plattform für den Austausch über die Rolle von KI im Gesundheitswesen. Die Initiativen der Hanse Merkur – vom KI-gestützten EKG bis zum Festival-Engagement – zielen darauf ab, die digitale Medizin zugänglicher zu machen. Im Fokus steht dabei stets, dass Technologie Ärzte und Patienten unterstützt, ohne die persönliche Komponente der medizinischen Versorgung zu verlieren.






