Indischer Stahlriese Jindal Steel buhlt um Thyssenkrupp-Stahlsparte mit Milliardenangebot
Lea WagnerIndischer Stahlriese Jindal Steel buhlt um Thyssenkrupp-Stahlsparte mit Milliardenangebot
Indischer Stahlkonzern Jindal Steel bietet für Thyssenkrupp-Stahlsparte
Der indische Stahlhersteller Jindal Steel hat ein Angebot für die Stahlsparte von Thyssenkrupp abgegeben. Das unverbindliche Gebot erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der deutsche Konzern nach Lösungen für seine angeschlagene Einheit sucht. Ursprünglich hatte Thyssenkrupp ein Joint Venture mit dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský geplant, steht nun jedoch vor einem neuen Vorschlag.
Die Stahlsparte von Thyssenkrupp verzeichnete im Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis lag bei 261 Millionen Euro – ein Zeichen für die anhaltenden Herausforderungen. Jindal Steel hingegen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 22 Prozent.
Das indische Unternehmen hat im Falle eines erfolgreichen Deals zusätzliche Investitionen in Höhe von über 2 Milliarden Euro zugesagt. Dazu gehört die Fertigstellung eines Direktreduktionswerks (DRI) in Duisburg. Zudem strebt Jindal Steel an, Thyssenkrupp Steel zum größten klimafreundlichen Stahlproduzenten Europas zu machen.
Ursprünglich wollte Thyssenkrupp mit Křetínský, der 20 Prozent der Anteile hält, ein Joint Venture gründen. Beide Seiten behalten jedoch das Recht, diese Vereinbarung rückgängig zu machen. Nun wird der Thyssenkrupp-Aufsichtsrat das Angebot von Jindal prüfen – mit Fokus auf finanzielle Stabilität, Pläne für die grüne Transformation und Arbeitsplatzsicherheit.
Die Industriegewerkschaft IG Metall, Deutschlands größte Gewerkschaft im Industriesektor, unterstützt das Übernahmeangebot. Sie sieht darin Vorteile für die Beschäftigten von Thyssenkrupp Steel. Jindal Steel, ein bedeutender Akteur in Indien, ist zudem in Afrika und Australien aktiv.
Thyssenkrupps Führung muss nun zwischen dem Angebot von Jindal und den bestehenden Joint-Venture-Plänen abwägen. Die Entscheidung wird die Zukunft der Stahlsparte und ihrer Belegschaft prägen. Ausschlaggebend werden wirtschaftliche, ökologische und arbeitsmarktpolitische Faktoren sein.






