30 March 2026, 10:05

Hunderte fordern in Bonn mehr Schutz für Frauen vor Gewalt und digitaler Bedrohung

Eine Gruppe von Menschen auf einer Straße mit einem Banner, auf dem steht: "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feminist," mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Hunderte fordern in Bonn mehr Schutz für Frauen vor Gewalt und digitaler Bedrohung

Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten gingen am Sonntag in Bonn auf die Straße, um stärkere Schutzmaßnahmen für Frauen zu fordern. Die Kundgebung folgte einer größeren Veranstaltung in Köln am Vortag, an der über 5.000 Menschen gegen sexualisierte Gewalt protestiert hatten. Die Organisatorinnen erklärten, die Aktionen spiegelten die wachsende Wut über frauenfeindliche Einstellungen und digitale Gewalt in Deutschland wider.

An der Bonner Demonstration beteiligten sich mehr als 500 Menschen auf dem Marktplatz vor dem alten Rathaus. Viele trugen Schilder, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf den Hit der 1980er-Jahre von Cindy Lauper. Veranstaltet wurde die Kundgebung von einem Bündnis aus Stadtratsparteien: den Grünen, der CDU, der SPD und Volt.

Rednerinnen und Redner bei der Demonstration forderten Männer auf, mehr Verantwortung im Kampf gegen Gewalt an Frauen zu übernehmen. Politikerinnen der Frauen-Union der CDU drängten zudem auf bessere rechtliche Schutzmechanismen. Ihre Forderungen kommen mitten in einer bundesweiten Debatte über digitale Gewalt, die durch eine Der-Spiegel-Untersuchung aus dem Jahr 2024 befeuert wurde. Darin ging es um die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen.

Die Bundesregierung hat seitdem Änderungen im Strafgesetzbuch vorgeschlagen. Neue Strafen könnten sich gegen die unverlangte Verbreitung von Nacktaufnahmen, Deepfakes und heimliche Überwachung durch Spionagesoftware richten. Zudem könnten Anbieter verpflichtet werden, IP-Adressen offenzulegen, um Opfern zu helfen. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete das Problem als "explodierende Gewalt" – sowohl im physischen als auch im digitalen Raum – und brachte es in einer Parlamentssitzung 2026 teilweise mit Migration in Verbindung.

Kritik an der Regierungshaltung kam von Tim Achtermeyer, dem Co-Vorsitzenden der Grünen in Nordrhein-Westfalen. Er warf Merz vor, sich nicht ausreichend für strengere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen.

Die Proteste in Bonn und Köln unterstreichen den anhaltenden Druck für rechtliche Reformen. Die von der Regierung geplanten Gesetzesänderungen zielen darauf ab, digitale Gewalt einzudämmen und Betroffene zu unterstützen. Unterdessen diskutieren politische Führungskräfte weiter darüber, wie Gewalt gegen Frauen in der Gesellschaft am besten bekämpft werden kann.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle