30 March 2026, 16:11

Anna Netrebkos umstrittenes Comeback an der Berliner Staatsoper polarisiert

Offenes Buch mit dem Titel 'Die Lieblingslieder in der Oper' mit Text und Notenschrift.

Anna Netrebkos umstrittenes Comeback an der Berliner Staatsoper polarisiert

An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die Aufführung markierte ihre Rückkehr auf eine große europäische Bühne nach Jahren der Kontroversen. Vor dem Opernhaus versammelten sich derweil Demonstranten, um gegen ihren Auftritt zu protestieren.

Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Produktion verbindet Verdis Klassiker mit modernen Themen, darunter queere Ballroom-Kultur und Anspielungen auf die AIDS-Krise. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, ist seit Anfang 2022 nicht mehr in Russland aufgetreten, nachdem sie sich öffentlich von dem Land distanziert hatte – angesichts massiver Kritik.

Die Premiere stieß auf geteilte Reaktionen. Im Opernhaus erhielt Netrebko begeisterten Applaus, Kritiker lobten ihre gesangliche Leistung, während einige auf die anhaltende Debatte um ihre früheren Verbindungen hinwiesen.

Draußen demonstrierten etwa 50 Protestierende mit ukrainischen Fahnen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Ihre Kundgebung spiegelte die anhaltende Empörung über Netrebkos vermutete Nähe zu Präsident Wladimir Putin wider, die 2022 zu weltweiten Absagen ihrer Auftritte geführt hatte.

Bis 2026 hat ihre Karriere jedoch eine schrittweise Rehabilitation erlebt. Die Berliner Produktion deutet auf ein vorsichtiges Comeback hin, doch die Reaktionen bleiben gespalten. Einige Rezensenten würdigten ihre künstlerische Leistung, während Aktivisten argumentierten, ihre Rückkehr komme zu früh.

Villalobos' Inszenierung fügte Verdis Werk zeitgenössische Ebenen hinzu: Szenen integrierten Elemente der queeren Ballroom-Szene, und die visuelle Sprache der Produktion zog Parallelen zur AIDS-Epidemie. Die musikalische Darstellung selbst wurde mit starkem Beifall bedacht – sowohl die Sänger als auch das Orchester erhielten Anerkennung für ihre Umsetzung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Premiere von Un ballo in maschera hat die Debatte über Netrebkos Platz in der Kunstwelt neu entfacht. Während ihre Leistung im Theater auf Zustimmung stieß, unterstrich der Protest draußen die ungelösten Spannungen. Die Produktion bleibt Teil des Festprogramms der Staatsoper; weitere Vorstellungen sind in den kommenden Wochen geplant.

Quelle