25 June 2026, 20:04

Grüne kämpfen gegen Rodung: Warum ein Münsterscher Mischwald jetzt zur Zankapfel wird

Streit um geplante Entwaldung in Münster: 'Ersatzpflanzungen' reichen nicht

Grüne kämpfen gegen Rodung: Warum ein Münsterscher Mischwald jetzt zur Zankapfel wird

Münstersches Bauunternehmen plant Rodung für Betriebsausweitung – Grüne protestieren gegen „ökologische Sünde“

Ein in Munster ansässiges Tiefbauunternehmen beantragt die Erweiterung seines Betriebsgeländes um 2,5 Hektar, wofür ein Mischwald gerodet werden müsste. Das Vorhaben ist Teil des größeren Projekts „Erweiterung des Gewerbegebiets Söhlstraße“. Ortsverbände der Grünen lehnen die Pläne vehement ab und bezeichnen sie als umweltschädlich.

Die Partei argumentiert, der Wald spiele eine zentrale Rolle für den Klimaschutz und die Artenvielfalt. Die Grünen-Politikerin Beate Spieker nannte die geplante Abholzung eine „ökologische Sünde“ angesichts der Klimakrise. Martina Preloger ergänzte, der Wald diene als natürlicher Filter gegen Feinstaub und schütze so benachbarte Kasernenanlagen und Einrichtungen der Bundeswehr.

Förster Ulrich Kliem betonte den Wert des Waldes als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung. Zudem verwies er auf alte Laubbaumbestände, darunter mehrere Douglasien, die bei einer Realisierung der Pläne verloren gingen. Anke Heidelberg vom Münsterschen Grünen-Verband erklärte, ein vollständiger Ersatz des Waldes sei praktisch unmöglich – angesichts der langen Zeiträume und spezifischen Bedingungen, die für eine Aufforstung nötig wären.

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Die Grünen wollen nun über die Plattform OpenPetition eine Unterschriftenaktion starten, um die Bevölkerung hinter dem Walderhalt zu vereinen. Gleichzeitig forderten sie die Ratsmitglieder auf, das Gelände vor einer Abstimmung persönlich in Augenschein zu nehmen. Bisher hätten Ausschussmitglieder keine gründlichen Vor-Ort-Begehungen durchgeführt, kritisierten die Grünen.

Laut der Partei würde die Erweiterung zum unwiederbringlichen Verlust des Mischwaldes führen. Sie setzt sich weiterhin für seinen Erhalt ein und verweist auf seine ökologische, erholungsrelevante und schützende Funktion. Die Ratsmitglieder stehen nun unter Druck, sich vor einer endgültigen Entscheidung selbst ein Bild von der Lage zu machen.

Quelle