04 April 2026, 10:05

Europas Kunststoffmaschinen-Branche verliert globalen Vorsprung an China

Ein Kreisdiagramm, das den weltweiten Kunststoffmarkt im Jahr 2017 nach Branchen aufteilt und die Marktanteile proportional darstellt, mit begleitendem Text zu den branchenbezogenen Daten und prognostizierten Wachstumsraten.

China verkauft deutlich mehr Maschinen für die Kunststoffproduktion - Europas Kunststoffmaschinen-Branche verliert globalen Vorsprung an China

Europas Vormachtstellung am weltweiten Markt für Kunststoff- und Kautschukmaschinen bröckelt. Im Jahr 2024 ist der Anteil an den globalen Verkäufen auf 43 Prozent gesunken – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren. Gleichzeitig hat China seinen Einfluss massiv ausgebaut und die Branchenlandschaft damit nachhaltig verändert.

Noch im Jahr 2000 hielt China lediglich vier Prozent des Weltmarkts für Maschinen zur Herstellung von Kunststoffen und Kautschuk. Bis 2024 ist dieser Wert auf 32 Prozent explodiert und macht das Land zu einem der wichtigsten Akteure. Europa, einst unangefochtener Spitzenreiter, kommt mittlerweile auf weniger als die Hälfte der weltweiten Umsätze.

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Auch die USA verzeichnen einen Rückgang: Ihr Marktanteil schrumpfte im selben Zeitraum von 18 auf sieben Prozent. Innerhalb Europas bleibt Deutschland der mit Abstand größte Produzent und trägt schätzungsweise die Hälfte zum europäischen Geschäftsvolumen in diesem Sektor bei. Allein 2023 erreichte der deutsche Produktionswert 17,7 Milliarden Euro. Die wichtigsten Abnehmer von Kunststoffen sind dabei die Verpackungs-, Bau- und Automobilindustrie.

Die K-Messe in Düsseldorf, die weltweit führende Fachmesse der Branche, wird 2024 rund 3.200 Aussteller und über 180.000 Besucher zusammenbringen. Während Europa nach wie vor bei Hochtechnologiemaschinen führend ist, setzt China weiterhin auf Standardausrüstungen. Aktuelle Daten zur Rolle Chinas bei Spezialmaschinen – etwa für die Mehrschichtfolienverarbeitung – liegen seit dem Jahr 2000 nicht mehr vor.

Zudem gewinnt das Thema Nachhaltigkeit an Fahrt: 2023 machten kreislauffähige Materialien bereits etwa 20 Prozent der Kunststoffproduktion aus, was rund zwei Millionen Tonnen entspricht. Der Großteil dieser Materialien stammte aus mechanischem Recycling.

Mit einem Marktanteil von 43 Prozent bleibt Europa zwar vorerst führend, doch Chinas dynamischer Aufstieg verändert die Wettbewerbsverhältnisse. Deutschland treibt zwar weiterhin einen Großteil der europäischen Produktion voran, doch der Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und der wachsende Druck aus Asien zwingen die Branche zum Umdenken. Die anstehende K-Messe wird diese Entwicklungen widerspiegeln, während sich Hersteller auf neue Anforderungen einstellen müssen.

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