Essen startet Schuldenentlastung und führt strengen Zweijahreshaushalt ein
Lea WagnerEssen startet Schuldenentlastung und führt strengen Zweijahreshaushalt ein
Essen hat sich dem Schuldenentlastungsprogramm von Nordrhein-Westfalen angeschlossen und dabei Liquiditätskredite in Höhe von rund 610,7 Millionen Euro aufgenommen. Der Schritt erfolgt im Vorfeld der Einführung eines Zweijahreshaushalts für 2027/2028, mit dem die Stadt eine strengere Finanzkontrolle und mehr Transparenz bei den Ausgaben anstrebt.
Unter dem neuen System gelten verschärfte Haushaltsregeln. Sämtliche Ausgaben über 5.000 Euro müssen künftig im Voraus über das Visumverfahren der Stadtkasse genehmigt werden. Zudem wurde eine Liste mit Ausnahmen für bestimmte freiwillige Leistungen erstellt, deren Betriebshaushalte um 20 Prozent gekürzt werden.
Der Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 wird dem Rat am 16. September 2026 vorgelegt; die endgültige Entscheidung ist für den 18. November 2026 geplant. Dieser zweijährige Ansatz soll den Verwaltungsaufwand für Stadtverwaltung und politische Berater verringern und gleichzeitig eine klarere Planung für kreditfinanzierte Investitionen im zweiten Jahr ermöglichen.
Durch die Schuldenentlastungsmaßnahmen rechnet Essen bis 2026 mit Einsparungen bei den Zinszahlungen in Höhe von etwa 11,7 Millionen Euro. Die Stadt hat sich verpflichtet, nicht zwingend notwendige Ausgaben zu überprüfen und administrative Kosten wo möglich zu verschieben. Erweitere Berichtspflichten sollen zudem die finanzielle Kontrolle und Rechenschaftspflicht weiter verbessern.
Das neue Finanzkonzept zielt darauf ab, den Haushaltsprozess in Essen effizienter zu gestalten und langfristige Kosten zu senken. Mit dem Wechsel zu einem zweijährigen Zyklus erhofft sich die Stadt mehr Planungssicherheit für künftige Investitionen und eine geringere Zinslast. Die endgültige Abstimmung über den Haushalt steht für Ende 2026 an.






