13 March 2026, 14:05

Erzbistum Paderborn zahlt 93 Millionen an Missbrauchsopfer – und bittet um Vergebung

Ein Buch mit Bildern und Texten, die die Geschichte der katholischen Kirche dokumentieren, darunter Fotos von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Bischof von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Erzbistum Paderborn zahlt 93 Millionen an Missbrauchsopfer – und bittet um Vergebung

Das Erzbistum Paderborn hat 93 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen an Überlebende sexuellen Missbrauchs geleistet. Dies folgt auf eine neue Studie, die 489 Fälle zwischen 1941 und 2002 aufdeckte. Bischof Udo Markus Bentz hat die Opfer nun öffentlich um Vergebung gebeten.

Die Ergebnisse wurden am 12. März 2026 von der Universität Paderborn vorgestellt und bestätigten, dass es keine neuen Fälle über den bereits untersuchten Zeitraum hinaus gibt.

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche Deutschlands war erstmals 2010 ans Licht gekommen. Seither haben Ermittlungen weitverbreitetes Fehlverhalten aufgedeckt. Der jüngste Bericht der Universität Paderborn korrigierte frühere Zahlen und identifizierte genau 489 Opfer sowie 210 beschuldigte Täter im Erzbistum Paderborn zwischen 1941 und 2002.

Offiziell wurden keine neuen Fälle nach 2002 bestätigt. Allerdings sind erneut Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt aufgetaucht, die in einem Bericht der Kanzlei Feigen und Graf aus dem Jahr 2023 als nicht glaubwürdig eingestuft worden waren.

Bischof Bentz bezeichnete die Erkenntnisse als Beleg für ein institutionelles Versagen. Reinhold Harnisch, Sprecher des Opferverbandes, nahm die Entschuldigung an, forderte jedoch weitere Schritte. Er verlangte die Umbenennung von Straßen und Plätzen, die Degenhardt und seinen Vorgänger, Kardinal Lorenz Jaeger, ehren.

Das Erzbistum versprach, die unabhängigen Untersuchungen fortzusetzen – darunter eine genauere Prüfung von Degenhardts Rolle im Skandal.

Insgesamt wurden 93 Millionen Euro an Entschädigungen an die Überlebenden ausgezahlt. Das Erzbistum Paderborn bleibt unter Beobachtung, während die Aufarbeitung des historischen Missbrauchs weitergeht. Weitere Maßnahmen, darunter mögliche Umbenennungen öffentlicher Orte, könnten folgen.

Quelle