"Enter the Gungeon" wird zehn – und sein Nachfolger setzt auf bewährte Wurzeln
Lea Wagner"Enter the Gungeon" wird zehn – und sein Nachfolger setzt auf bewährte Wurzeln
Dodge Rolls Enter the Gungeon feiert diesen Monat sein zehnjähriges Jubiläum – ein Jahrzehnt, in dem das Spiel maßgeblich das moderne Action-Roguelike-Genre geprägt hat. Mit über 14 Millionen verkauften Exemplaren ist sein Einfluss bis heute spürbar. Nun arbeitet das Studio an einem Nachfolger – doch der Designer blickt mit gemischten Gefühlen auf die aktuelle Entwicklung des Genres.
Enter the Gungeon erschien 2016 als herausragender Titel, der präzises Bullet-Hell-Gameplay mit Roguelike-Strukturen verband. Sein Erfolg wurde zum Vorbild für zahlreiche Nachfolgetitel. Zehn Jahre später arbeitet Dodge Roll an Enter the Gungeon 2, das zwar auf einen 3D-Artstyle setzt, das Kern-Gameplay aber bewahrt.
Dave Crooks, der Designer des Spiels, äußert sich offen über seine Bedenken hinsichtlich des heutigen Zustands des Genres. Viele moderne Roguelikes setzten seiner Meinung nach zu stark auf Fortschrittssysteme und Spielereien – als Beispiele nennt er Vampire Survivors und Balatro. Besonders kritisch sieht er Minos, das sich zu weit von klassischen Roguelike-Prinzipien entferne und damit das Genre falsch repräsentiere. Zudem bemängelt er, dass glücksspielähnliche Mechaniken in aktuellen Titeln überhandnehmen.
Vor diesem Hintergrund setzt Enter the Gungeon 2 auf die treue Umsetzung des schnellen, fähigkeitsbasierten Spielstils des Originals. Die Entwicklung des Nachfolgers deutet darauf hin, dass das Studio bewusst auf Trendverfolgung verzichtet – doch wie sich das Spiel von der aktuellen Welle an Roguelikes abheben wird, bleibt abzuwarten.
Der erste Teil von Enter the Gungeon zählt nach wie vor zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Vertretern des Genres. Der Nachfolger wird zeigen, ob eine Rückkehr zu den Wurzeln in einem von Fortschrittsmechaniken dominierten Markt bestehen kann. Dodge Rolls nächstes Projekt könnte entweder das Erbe des Studios festigen – oder einen Wandel in den Erwartungen der Spieler einläuten.






