Düsseldorfs fiftyfifty-Magazin kämpft um Überleben trotz sinkender Verkaufszahlen
Lara LangeDüsseldorfs fiftyfifty-Magazin kämpft um Überleben trotz sinkender Verkaufszahlen
Düsseldorfs fiftyfifty-Magazin kämpft mit drastischem Verkaufsrückgang
Das fiftyfifty-Magazin, das in Düsseldorf von obdachlosen und marginalisierten Verkäufer:innen angeboten wird, verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Verkaufszahlen. Die Auflage sank von einst 40.000 Exemplaren auf weniger als 12.000 im Januar 2023. Der Rückgang spiegelt nicht nur die allgemeinen Herausforderungen der Printmedien wider, sondern auch eine wachsende Feindseligkeit gegenüber den Verkäufer:innen – viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund.
Trotz der Schwierigkeiten bleibt das Magazin für Menschen ohne Wohnraum eine wichtige Stütze. Es bietet die Möglichkeit, Geld mit Würde zu verdienen, und sensibilisiert gleichzeitig die Öffentlichkeit für das Thema Obdachlosigkeit.
fiftyfifty wurde ins Leben gerufen, um obdachlosen Menschen ein Einkommen und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu geben. Die Verkäufer:innen kaufen die Magazine zum halben Verkaufspreis und behalten den Gewinn aus jedem Verkauf. Die neueste digitale Ausgabe, fiftyfifty-ObdachLOS, funktioniert wie eine Rubbellos-Karte und stellt sicher, dass die Verkäufer:innen weiterhin die Hälfte der Einnahmen erhalten.
Der Preis des Magazins stieg kürzlich von 2,80 Euro auf 3,40 Euro, um die steigenden Kosten zu decken. Finanziert wird das Projekt zudem durch Spenden und eine Wohltätigkeitsgalerie, die neben den Verkäufen soziale Initiativen unterstützt. Allerdings gibt es keine genauen Zahlen dazu, wie sich die digitalen Verkäufe im Vergleich zur Printausgabe seit dem Online-Start entwickelt haben.
Über die finanzielle Unterstützung hinaus dient fiftyfifty als Sprachrohr für politische Forderungen. Es thematisiert die Ungerechtigkeiten, mit denen Obdachlose konfrontiert sind, und stellt sich gegen Diskriminierung. Durch seine Sichtbarkeit fördert das Magazin den direkten Austausch zwischen Verkäufer:innen, Leser:innen und der breiteren Gemeinschaft.
Doch der Verkaufsrückgang hat zwei Hauptursachen: Zum einen belastet die allgemeine Krise der Printmedienbranche die Auflage. Zum anderen berichten Verkäufer:innen – insbesondere solche mit Migrationshintergrund – von zunehmendem Rassismus und Feindseligkeit auf den Straßen.
Die Zukunft des Magazins hängt davon ab, Print- und Digitalverkäufe in Einklang zu bringen und gleichzeitig gesellschaftliche Vorurteile zu bekämpfen. Für die Verkäufer:innen bleibt fiftyfifty eine unverzichtbare Einkommensquelle und eine Stimme. Gleichzeitig ist die Rolle des Magazins als Plattform für Aufklärung und gesellschaftliches Engagement heute so wichtig wie nie zuvor.