12 March 2026, 10:06

Bundestagswahl 2025: Sexismus-Vorwürfe und AfD-Nähe spalten CDU und Grüne

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP, das zwei Männer auf einem Sofa zeigt, mit Texten, die Informationen über die Partei enthalten.

Bundestagswahl 2025: Sexismus-Vorwürfe und AfD-Nähe spalten CDU und Grüne

Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2025 ist von scharfen Auseinandersetzungen zwischen den Unionsparteien und den Grünen geprägt. Aktuell eskaliert der Streit um ein Video des CDU-Kanzlerkandidaten Manuel Hagel, das die grüne Abgeordnete Zoe Mayer veröffentlichte und das Vorwürfe des Sexismus auslöste. Gleichzeitig setzt die Union ihre Tradition konfrontativer Wahlkampfmethoden fort – darunter auch die inhaltliche Annäherung an die rechtspopulistische AfD in der Migrationspolitik.

Der Konflikt begann, als Mayer ein Video aus dem Jahr 2018 teilte, in dem Hagel über eine Schülerin namens Eva spricht. Mayer kritisierte, er habe sich zu sehr auf das Äußere des Mädchens konzentriert, und bezeichnete seine Äußerungen als unangemessen. Die Grünen wiesen Vorwürfe der Union zurück, es handele sich um eine gezielte Diffamierungskampagne, und betonten, das Video zeige vielmehr ein Muster sexistischen Verhaltens in der Politik auf.

Die Union konterte mit dem Vorwurf, Mayer und die Grünen würden Hagel unfair angreifen. Dies passt in eine längere Tradition aggressiver CDU-Strategien: von Armin Laschets Instrumentalisierung eines rechtswidrigen Polizeieinsatzes bis zu Konrad Adenauers Korruptionsvorwürfen gegen SPD-Politiker. Die Partei setzte in der Vergangenheit auch auf polarisierende Kampagnen wie "Kollateralschäden am Verfassungsgericht" oder hetzerische Rhetorik gegen Geflüchtete.

Im aktuellen Wahlkampf greift die Union erneut zu provokanten Mitteln – etwa mit der Symbolik eines roten Socken, um vor einer angeblichen "Linksblock"-Regierung zu warnen. Zudem stimmte sie mit der AfD in einem migrationspolitischen Antrag ab, obwohl sie Kooperationen mit Rechtsextremen sonst vehement ablehnt. Kritiker verweisen darauf, dass die CDU selbst eine Geschichte sexistischer und diskriminierender Kampagnen hat – von Angriffen auf die Legitimität Willy Brandts bis zu falschen Behauptungen über die Abtreibungshaltung einer Richterkandidatin –, während sie nun der Gegenseite ähnliche Methoden vorwirft.

Die Debatte um Hagels Äußerungen hat die Diskussion über politischen Anstand in Deutschland neu entfacht. Die Zusammenarbeit der Union mit der AfD und ihre umstrittenen Wahlkampfmethoden bleiben umstritten. Mit der Wahl rücken beide Seiten nicht von ihrer konfrontativen Haltung ab.

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