Bochum ringt um faire Regeln für Taxis und Uber-Fahrten
Bochum sucht nach neuen Wegen, um den Wettbewerb zwischen traditionellen Taxis und Fahrvermittlungs-Apps wie Uber auszubalancieren. Die Stadtverwaltung will die Taxivorschriften modernisieren, um mit den digitalen Dienstleistungen Schritt zu halten. Ein jüngster politischer Vorstoß hat bereits zu strengeren Preiskontrollen bei appbasierten Fahrten geführt.
Im Februar 2026 führte Bochum eine lokale Regelung ein, die einen Mindestpreis von 1,50 Euro pro Kilometer für Uber und Bolt festlegte. Damit sollte ein fairerer Wettbewerb mit den Taxis geschaffen werden, die sich über Preisunterbietungen beschwert hatten. Die Stadt verhängte sogar Bußgelder bei Verstößen gegen die Preisvorgaben und zeigte sich damit entschlossener als das benachbarte Essen. Dort zogen sich die Diskussionen hin, und erst im März 2026 wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, mit öffentlichen Anhörungen für das zweite Quartal.
Die FDP in Bochum verfolgt einen anderen Ansatz. Léon Beck, Vorsitzender des örtlichen Parteiverbands, plädiert dafür, dass Taxis flexiblere Preise einführen sollten, statt sich gegen Veränderungen zu stemmen. Sein Vorschlag umfasst niedrigere Tarife und vor der Fahrt vereinbarte Festpreise. Die FDP betonte zudem, dass Fahrvermittlungsdienste nicht "dämonisiert" werden dürften, sondern als Teil eines modernen Verkehrsangebots zu sehen seien.
Um diese Ideen zu prüfen, hat Bochum ein Gutachten zu einem neuen Preismodell für Taxis in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse werden nach der Sommerpause erwartet. Unterdessen könnte die FDP-Fraktion eine Petition einreichen, um die Einführung flexibler Preise voranzutreiben und so den Druck auf die Stadt erhöhen.
Bochums Schritte könnten die Zusammenarbeit von Taxis und Fahrvermittlungs-Apps neu gestalten. Die Stadt hat bereits Preisregeln für digitale Dienste durchgesetzt und prüft nun Möglichkeiten, die Taxitarife zu modernisieren. Eine Entscheidung über die Empfehlungen des Gutachtens wird noch in diesem Jahr erwartet.






