Solinger Kirchenkreis beschließt radikale Reformen bis 2035
Der Kirchenkreis Solingen der Evangelischen Kirche hat weitreichende Schritte unternommen, um seine Zukunft zu gestalten. Auf einer jüngsten Synode entschieden die Verantwortlichen, welche Kirchengebäude und Gemeinschaftszentren über das Jahr 2035 hinaus genutzt werden sollen. Die Pläne umfassen zudem Fusionen mit benachbarten Kirchenkreisen sowie den Ausbau klimaneutraler Betriebsstrukturen.
Mehr als 70 Synodale stimmten einstimmig dafür, die zentralen Elemente der Strategie bis 2027 final auszuarbeiten. Die Beschlüsse betreffen die langfristige Gebäudenutzung, energetische Sanierungen sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden.
Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des ehemaligen Stadtdirektors Hartmut Hoferichter bereitete die Grundlagen für die Synodenbeschlüsse vor. Sie identifizierte zwölf Kirchengebäude und drei Gemeinschaftszentren, die dauerhaft erhalten bleiben sollen. Dazu zählen die Stadtkirche Ohligs, die Walder Kirche, die Gräfrather Kirche und die Dorper Kirche sowie Zentren in Ohligs und Höhscheid.
Alle ausgewählten Gebäude werden energetisch saniert, um Klimaziele zu erreichen und die Barrierefreiheit zu verbessern. Mindestens ein Standort soll zudem spezielle Räumlichkeiten für die Jugendarbeit erhalten. Über den Standort Rupelrath wurde noch keine endgültige Entscheidung getroffen, und die Zukunft der Christuskirche sowie ihres Gemeinschaftszentrums bleibt bis zum Frühjahr 2027 offen.
Auf der Synode wurden auch weitergehende strukturelle Veränderungen erörtert, darunter die Zusammenlegung mit den Kirchenkreisen Niederberg und Düsseldorf-Mettmann. Eine gemeinsame Synode im kommenden Jahr soll den Zeitplan für die Gründung des neuen, größeren Kirchenkreises festlegen. Die Stadtkirche Mitte erhält bis 2027 ein neues Nutzungskonzept, das diakonische Angebote, moderne spirituelle Formate und ihre Rolle als zentraler städtischer Begegnungsort in den Mittelpunkt stellt.
Superintendentin Dr. Ilka Werner begrüßte die Ergebnisse und hob insbesondere die Pläne für einen klimaneutralen Betrieb sowie Lösungen für Gebäude ohne langfristige Nutzungsperspektive hervor. Die Sanierungsarbeiten werden zentral koordiniert, aber in enger Abstimmung mit den örtlichen Gemeinden entwickelt. Noch laufende Gespräche drehen sich darum, wie die Solinger Gemeinden auch innerhalb des erweiterten Kirchenkreises eine starke Zusammenarbeit aufrechterhalten können.
Die Beschlüsse der Synode weisen dem Kirchenkreis Solingen für das kommende Jahrzehnt einen klaren Weg. Zwölf Kirchen und drei Gemeinschaftszentren werden für die langfristige Nutzung modernisiert, während andere Standorte einer weiteren Prüfung harren. Die nächste gemeinsame Synode wird den Zeitplan für die Fusion mit den Nachbarkreisen festlegen und die neue Struktur finalisieren.






