29 April 2026, 04:14

Bildungskürzungen gefährden Antirassismus-Projekte an deutschen Schulen

Plakat für den American Rescue Plan, das Text und ein Bild zeigt, das die Hälfte der Kindarmut in den USA reduzieren würde.

Bildungskürzungen gefährden Antirassismus-Projekte an deutschen Schulen

Hunderte Schulinitiativen und Nichtregierungsorganisationen in ganz Deutschland stehen bis Ende des Jahres vor Kürzungen ihrer Förderung. Die Maßnahme folgt einer Umstrukturierung der Bundesbildungsprogramme und lässt viele Projekte – darunter auch solche, die sich gegen Rassismus und Extremismus engagieren – ohne Unterstützung zurück. Gleichzeitig zögern Lehrer zunehmend, politisch heikle Themen anzusprechen, aus Sorge vor unklaren Neutralitätsvorgaben.

Am Kölner Genoveva-Gymnasium koordiniert Geschichtslehrer Felix Bjerke das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Seine Schule, an der rund 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund haben, setzt auf Workshops zu Antirassismus, Extremismusprävention und Verschwörungstheorien. Für diese Angebote arbeitet Bjerke mit Organisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency zusammen.

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Von den Kürzungen betroffen sind über 200 Initiativen, viele davon in Ostdeutschland, wo rechtsextreme Strömungen besonders stark vertreten sind. Langfristig angelegte Projekte wie das Kölner Demokratiefestival blicken nun einer ungewissen Zukunft entgegen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verteidigte die Änderungen und behauptete, das ursprüngliche Programm habe eine "linksliberale Ausrichtung" genommen.

Als Reaktion hat sich ein Bündnis von Organisationen mit der Petition "Schulen stellen sich quer" formiert. Darin fordert es mehr Rückhalt für Pädagoginnen und Pädagogen, die sich gegen Diskriminierung und Hass einsetzen. Lehrer wie Bjerke befürchten unterdessen, dass ohne Förderung wichtige Debatten über Klimawandel, Rassismus und Extremismus aus den Klassenzimmern verschwinden könnten.

Der Wegfall der Bundesmittel zwingt viele Antidiskriminierungsprojekte, nach Alternativen zu suchen. Besonders betroffen könnten Schulen in Regionen mit starker rechtsextremer Präsenz sein. Angesichts der ohnehin schon vorhandenen Zurückhaltung vieler Lehrkräfte bei kontroversen Themen könnten die Kürzungen die offenen Diskussionen im Unterricht weiter einschränken.

Quelle