Angelina Jolies Rückkehr vor die Kamera: Couture verbindet Kunst und Schicksal
Lara LangeAngelina Jolies Rückkehr vor die Kamera: Couture verbindet Kunst und Schicksal
Angelina Jolie hat in den letzten zehn Jahren weniger Rollen vor der Kamera übernommen. Ihre jüngsten Entscheidungen wirken bewusst und sinnstiftend. In ihrem neuesten Film Couture spielt sie Maxine, eine Regisseurin, die während der Pariser Fashion Week mit persönlichen und gesundheitlichen Krisen kämpft.
Jolies Karriere spiegelte oft ihr Privatleben wider. 2015 schrieb und inszenierte sie By the Sea, einen Film über den Zerbruch einer Ehe, der etwa zur Zeit ihrer Trennung von Brad Pitt erschien. Vier Jahre später verkörperte sie Maria Callas in Maria – eine Rolle, die die Einsamkeit des Ruhms thematisierte.
In Couture schlüpft sie in die Rolle der Maxine, einer amerikanischen Regisseurin, bei der Brustkrebs diagnostiziert wird. Die Figur durchlebt zudem eine bittere Scheidung und ein angespanntes Verhältnis zu ihrer jugendlichen Tochter. Jolie verleiht der Rolle eine stille Intensität, die Gelassenheit mit tiefer Unruhe verbindet. Der von Alice Winocour inszenierte Film untersucht den Kontrast zwischen öffentlicher Fassade und privatem Schmerz – ein Thema, das Jolie bereits früher behandelt hat.
Ihre eigene Erfahrung mit einer vorbeugenden doppelseitigen Brustamputation im Jahr 2013 verleiht ihrer Darstellung eine zusätzliche Authentizität. Zwar trägt das Drehbuch ihre Leistung nicht durchgehend, doch ihre Präsenz bleibt fesselnd.
Der Film unterstreicht Jolies Fähigkeit, Komplexität mit Zurückhaltung auszudrücken. Couture mag ihrem Spiel nicht ganz gerecht werden, doch er festigt ihren Ruf für durchdachte, bewusst gewählte Rollen. Ihre Verkörperung der Maxine spiegelt sowohl ihre künstlerischen Entscheidungen als auch ihre persönliche Geschichte wider.
