11 April 2026, 12:06

Aldi-PC von 1997 wird zum Museumsexponat – ein Stück Digitalgeschichte

Eine historische Illustration von Menschen, die mit einem Hund ein Spiel spielen, betitelt "The Gamester Bes-T or a New Way to Win Money."

Aldi-PC von 1997 wird zum Museumsexponat – ein Stück Digitalgeschichte

Ein Aldi-PC aus dem Jahr 1997 – komplett mit Diskettenlaufwerk und Windows 3.11 – ist nun Teil einer Museumssammlung. Das Gerät, einst ein absolutes Muss, war bei seiner Markteinführung innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Nun reihen es sich im Bonner Haus der Geschichte neben andere Alltagsgegenstände aus Deutschland ein.

Ende der 1990er Jahre wurden Aldis günstige PCs zu einer nationalen Sensation. Die voll ausgestatteten, internetfähigen Rechner kosteten weit weniger als die Konkurrenz und lösten eine riesige Nachfrage aus. Kundinnen und Kunden standen stundenlang Schlange, und die Bestände – inklusive der passenden Röhrenmonitore – waren im Handumdrehen vergriffen.

Der Ansturm überforderte den Zulieferer Medion, der kaum genug Geräte produzieren und ausliefern konnte. Damals boten diese PCs einen seltenen, erschwinglichen Einstieg in die Heimcomputer-Nutzung. Heute steht einer dieser ikonischen Rechner in der Dauerausstellung des Hauses der Geschichte – neben einem Aldi-Einkaufswagen und einer Plastiktüte.

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Schnellvorlauf ins Jahr 2024: Die digitalen Ausgabengewohnheiten der Deutschen sehen heute ganz anders aus. In diesem Jahr gaben sie rund 4,6 Milliarden Euro für In-Game- und In-App-Käufe aus. Doch die EU zielt mit dem Digital Fairness Act nun auf digitale Exzesse ab. Das Gesetz fordert mehr Transparenz, Rücktrittsrechte und Grenzen für "süchtig machendes Design".

Ilkka Paananen, CEO des Spieleentwicklers Supercell, warnte, dass diese Regelungen der europäischen Spielebranche schaden könnten. In einem offenen Brief argumentierte er, strengere Vorschriften könnten eine der wenigen technologischen Erfolgsgeschichten des Kontinents ersticken.

Der Museumseintritt des Aldi-PCs zeigt, wie sich der Technikkonsum über die Jahrzehnte gewandelt hat – von physischen Schlangen vor Hardware-Käufen bis zu Milliardenausgaben für virtuelle Güter. Währenddessen sollen neue EU-Regeln prägen, wie Unternehmen digitale Produkte gestalten und vermarkten.

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