Zuckerrübenanbau in Deutschland schrumpft – Landwirte suchen nach Rettungslösungen
Lara LangeZuckerrübenanbau in Deutschland schrumpft – Landwirte suchen nach Rettungslösungen
Deutsche Zuckerrübenbauern kämpfen mit sinkenden Preisen, schrumpfenden Anbauflächen und steigenden Produktionsherausforderungen. In den vergangenen fünf Jahren ist die mit Zuckerrüben bestellte Fläche bundesweit um etwa 5.000 Hektar zurückgegangen. Viele Erzeuger, darunter auch die der Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter, testen nun neue Lösungen, um wirtschaftlich zu bleiben.
Seit 2020 ist der Zuckerrübenanbau in Deutschland von rund 43.000 Hektar auf etwa 38.000 Hektar gesunken. Die größten Verluste verzeichnete Baden-Württemberg, wo die Flächen um über 20 Prozent schrumpften, während auch Nordrhein-Westfalen Rückgänge hinnehmen musste. Bayern und Niedersachsen blieben dagegen stabil oder verzeichneten sogar leichte Zuwächse. Gründe für den Rückgang sind niedrigere EU-Zuckerquoten, wirtschaftliche Belastungen und die Konkurrenz durch zollfreie Importe.
Krankheiten wie die Gelbsucht (Stolbur) und der Cercospora-Blattfleck sowie resistente Unkräuter erschweren zudem die Produktion. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide brachten zwar Entlastung, doch die Landwirte wünschen sich verlässliche Langzeitlösungen. Auf dem Betrieb der Metternich-Ratibor-Corvey KG erprobt Betriebsleiter Marius Feldmann neue Pflanzenschutzmittel, um die Erträge zu sichern.
Ein vielversprechender Ansatz ist Rinpode, ein Herbizid, das mit nur 2 Gramm pro Hektar auskommt – deutlich weniger als herkömmliche Mittel. Erste Tests deuten darauf hin, dass es die Erträge um 3 bis 7 Prozent steigern und durch wirksame Bekämpfung von Hühnerhirse eine zusätzliche Tonne Zucker pro Hektar bringen könnte. Gleichzeitig sind Biostimulanzien wie Kinsidro Grow im SBR/Stolbur-Programm von Südzucker mittlerweile Pflicht, um die Pflanzengesundheit zu erhalten.
Ohne eine bessere Wirtschaftlichkeit könnte die deutsche Zuckerrübenproduktion und mit ihr regionale Wertschöpfungsketten weiter schwächeln. Neue Herbizide, Fungizide und Biostimulanzien bieten zwar kurzfristige Hilfe, doch für langfristige Stabilität sind eine Erholung des Marktes und verlässliche politische Rahmenbedingungen entscheidend. Die Landwirte passen sich weiterhin an – doch der Druck, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern, bleibt hoch.






