Zoll zerschlägt illegales Tabaknetzwerk mit Millionen-Schaden in Coesfeld
Leni HerrmannZoll deckt illegale Tabak- und Zigarettenproduktion auf - Zoll zerschlägt illegales Tabaknetzwerk mit Millionen-Schaden in Coesfeld
Zollbeamte in Nordrhein-Westfalen haben in Coesfeld einen großangelegten illegalen Tabakring aufgedeckt. Bei der Razzia beschlagnahmten die Ermittler tausende gefälschte Zigaretten, unversteuerten Tabak sowie gefälschte Medikamente. Gegen zwei Verdächtige werden nun schwere Vorwürfe wegen Steuerhinterziehung und Drogendelikten erhoben.
Die Ermittlungen begannen mit der Durchsuchung eines Grundstücks in Coesfeld, wo die Behörden eine illegale Produktion von Shisha-Tabak sowie eine Zigarettenherstellungsanlage entdeckten. Die dortige Ausrüstung ermöglichte die Herstellung von bis zu 5.600 Zigaretten pro Stunde. Die Beamten sicherten über 30.000 gefälschte Zigaretten, 130 Kilogramm unversteuerten Wasserpfeifentabak, 15 Kilogramm Feinschnittabak und fast 70 Kilogramm Rauchtabak. Der geschätzte Steuerausfall durch diese Waren beläuft sich auf mehr als 55.000 Euro.
Bei der Durchsuchung der Wohnung eines 27-jährigen Verdächtigen stießen die Ermittler auf weitere illegale Waren, darunter über 350 Packungen gefälschter Potenzmittel mit einem Straßenverkaufswert von mehr als 122.000 Euro. Zudem fanden sie 3 Kilogramm Captagon, 350 Gramm Marihuana und ein verbotenes Messer. In der Garage des Beschuldigten wurden außerdem 31.000 unversteuerte Zigaretten und 40 Kilogramm Rauchtabak sichergestellt.
Ein 45-jähriger Mann wurde im Zusammenhang mit der Aktion festgenommen. Ihm werden Steuerhinterziehung und Steuerbetrug vorgeworfen. Der Fall reiht sich in die landesweiten Ermittlungsbemühungen in Nordrhein-Westfalen ein, darunter ein Großschlag in Düsseldorf im vergangenen Jahr, bei dem 25 Millionen gefälschte Zigaretten und 15 Tonnen Tabak beschlagnahmt wurden.
Die Operation in Coesfeld hat nicht nur ein bedeutendes illegales Tabaknetzwerk zerschlagen, sondern auch eine Quelle für gefälschte Medikamente aufgedeckt. Die Behörden ermitteln weiterhin, um das volle Ausmaß der Aktivitäten der Verdächtigen aufzuklären. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, Steuerbetrug und illegale Produktion in der Region zu bekämpfen.






