07 May 2026, 08:05

Zoll entdeckt manipulierte Lkw-Tanks: Wie Spediteure Steuern sparen wollen

Liniengraph, der die US-amerikanische Öl/Petroleumproduktion, -importe und -exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Zoll entdeckt manipulierte Lkw-Tanks: Wie Spediteure Steuern sparen wollen

Zollbeamte in Aachen haben Kühltransporter mit übergroßen Kraftstofftanks aufgedeckt. Die Entdeckung wirft ein Licht auf einen wachsenden Trend, bei dem Speditionen Fahrzeuge umrüsten, um von den niedrigeren Spritpreisen außerhalb Deutschlands zu profitieren. Die Behörden gehen nun verstärkt gegen Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit solchen Umbauten vor.

Bei Kontrollen stellte sich heraus, dass bei einigen Lkw die originalen Tanks – die normalerweise 235 bis 245 Liter fassen – durch deutlich größere Modelle mit einem Fassungsvermögen von 550 bis 800 Litern ersetzt worden waren. Nach EU-Vorschriften ist Kraftstoff in serienmäßig eingebauten Tanks bei Grenzübertritten von Abgaben befreit. Diese Befreiung entfällt jedoch, sobald die Tanks verändert werden.

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Allein im vergangenen Jahr hatten Zollfahnder bundesweit in ähnlichen Fällen zahlreiche Steuerdelikte aufgedeckt. Durch ihre Ermittlungen konnten sechsstellige Beträge an hinterzogenen Energiesteuern eingezogen werden. Bei der Nachversteuerung erheben die Behörden zudem einen Zuschlag, um Unehrlichkeit zu bestrafen und faire Wettbewerbsbedingungen unter den Transportunternehmen zu gewährleisten.

Durch die Manipulation können Unternehmen in Ländern mit günstigeren Spritpreisen tanken und so die höheren Kosten in Deutschland und anderen EU-Staaten umgehen. Werden die Tanks jedoch ausgetauscht, fallen sofort Energiesteuer und Einfuhrumsatzsteuer an.

Die verschärften Kontrollen sind eine Reaktion auf wiederholte Versuche von Spediteuren, durch Tankmodifikationen die Kraftstoffabgaben zu umgehen. Die Zollbehörden überwachen weiterhin Lkw an Grenzübergängen, um die Einhaltung der Steuerbestimmungen zu sichern. Verstöße werden mit Nachforderungen, Säumniszuschlägen und weiteren Sanktionen geahndet.

Quelle