30 May 2026, 12:04

Wohnungsnot in Deutschland erreicht neuen Höhepunkt: 1,4 Millionen fehlende Wohnungen

Anzahl neuer Wohnungen auf niedrigstem Stand seit 2011

Wohnungsnot in Deutschland erreicht neuen Höhepunkt: 1,4 Millionen fehlende Wohnungen

Wohnungsnot in Deutschland verschärft sich – 1,4 Millionen fehlende Wohnungen

Die Wohnungskrise in Deutschland spitzt sich weiter zu: Eine aktuelle Studie zeigt, dass bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlen. Allein in Nordrhein-Westfalen beträgt das Defizit 376.000 Wohnungen. Trotz eines leichten Anstiegs der Baugenehmigungen kommt der Wohnungsbau wegen explodierender Kosten und wirtschaftlicher Unsicherheit nur schleppend voran.

Besonders dramatisch ist die Situation in Nordrhein-Westfalen, wo der Neubau stark eingebrochen ist. 2024 sank die Zahl der fertiggestellten Einfamilienhäuser um fast 14 Prozent auf nur noch 6.345. Auch Zweifamilienhäuser gingen um fast ein Fünftel zurück – hier wurden lediglich 2.074 Einheiten gebaut. Bei Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohneinheiten war der Rückgang mit 4 Prozent geringer, doch auch hier wurden mit 21.575 Wohnungen deutlich weniger fertiggestellt als in den Vorjahren.

Die Baugenehmigungen im Land zeigten zwar eine leichte Erholung: Sie stiegen von 40.554 im Jahr 2024 auf 44.905 im Jahr 2025. Bundesweit erhöhte sich die Zahl der Genehmigungen im ersten Quartal sogar um fast 15 Prozent. Doch die Hoffnungen auf eine Besserung wurden durch die Eskalation des Iran-Konflikts gedämpft, der die Materialkosten und die Hypothekenzinsen in die Höhe getrieben hat.

Als Reaktion hat die Bundesregierung ein „Bauturbo“-Programm aufgelegt, um den Wohnungsbau zu beschleunigen. Dazu gehören schnellere Genehmigungsverfahren und die Wiederbelebung von Fördermitteln für energieeffizientes Bauen. Experten warnen jedoch, dass selbst mit diesen Maßnahmen Nordrhein-Westfalen bis 2030 jährlich etwa 94.000 neue Wohnungen errichten müsste, um die Lücke zu schließen.

Als Hauptgründe für die Stagnation im Bausektor gelten stark gestiegene Zinsen und Baukosten. Schon 2024 war die Zahl der Neubauten im Land deutlich gesunken – ein Trend, der sich bundesweit beobachten lässt.

Die Wohnungsnot in Deutschland bleibt damit akut, wobei Nordrhein-Westfalen zu den am stärksten betroffenen Regionen zählt. Zwar sollen politische Maßnahmen den Bau ankurbeln, doch hohe Kosten und wirtschaftliche Belastungen bremsen die Fortschritte aus. Ohne nachhaltige Gegenmaßnahmen wird sich die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage kaum verringern lassen.

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