Willichs letzte Kita-Baustelle sorgt für Streit um Transparenz und Finanzierung
Lara LangeWillichs letzte Kita-Baustelle sorgt für Streit um Transparenz und Finanzierung
Willichs einzig verbleibendes Neubauprojekt für eine Kita, das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, sorgt für Diskussionen über Finanzierung und Transparenz. Nach der Streichung zweier weiterer geplanter Kita-Projekte wegen Haushaltskürzungen und sinkender Anmeldezahlen stellen sich nun Fragen zur Rolle der Stadt. Eltern und lokale Initiativen fordern von Bürgermeister Pakusch Aufklärung darüber, wie das Zentrum die Sorgen um die Kinderbetreuung vor Ort angehen will.
Im März hatten Elternvertreter:innen und der Förderverein der Kita Alperof einen offenen Brief an Pakusch gerichtet. Darin äußerten sie Bedenken, dass Familien durch den Wegfall lokaler Betreuungsangebote längere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssten. Da keine Antwort erfolgte, wird nun ein zweiter Brief vorbereitet, um Klarheit über die städtischen Angaben zu erzwingen.
Das Reinershof-Zentrum, in das die Kita Alperof integriert werden soll, ist das letzte kommunale Kita-Projekt, das noch realisiert wird. Finanziert wird es durch eine Mischung aus öffentlichen und privaten Mitteln: neben städtischen Zuschüssen fließen Landesgelder aus Nordrhein-Westfalen, EU-Fördermittel sowie eine 40-prozentige Beteiligung der lokalen Immobilienfirma Investor GmbH Willich ein. Diese übernimmt ab Mitte 2026 die Bauleitung, wird die gewerblichen Bereiche des Zentrums – darunter Seniorenwohnungen und die Kita – betreiben und bleibt nach der Fertigstellung 2028 Eigentümerin dieser Flächen.
Unterdessen gewinnt die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" an Fahrt und betont die Bedeutung von wohnortnaher Kinderbetreuung. Die Initiator:innen haben Bürgermeister Pakusch zudem zu einer öffentlichen Diskussion eingeladen, um direkte Antworten auf die Fragen zu Zugänglichkeit und Planung zu erhalten.
Das Reinershof-Projekt bleibt die einzige neue Kita im Bau, doch sein Finanzierungsmodell und die langfristigen Auswirkungen stehen in der Kritik. Angesichts der gestrichenen Kita-Vorhaben drängen Eltern weiter auf Zusagen, dass das Zentrum den lokalen Bedarf deckt. Wie die Stadt nun handelt – und ob Pakusch auf die Kampagne eingeht – wird entscheiden, wie sich die Kinderbetreuung in Willich entwickelt.






