Wie Sexpuppen vom Tabu zum Mainstream wurden – eine kulturelle Debatte
Leni HerrmannWie Sexpuppen vom Tabu zum Mainstream wurden – eine kulturelle Debatte
Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener diskutiert bei der nächsten taz-Queer-Talk-Veranstaltung über die sich wandelnde Rolle von Sexpuppen in der Gesellschaft. Die von taz-Redakteur Jan Feddersen moderierte Veranstaltung untersucht, wie diese Objekte im Laufe des letzten Jahrhunderts vom Tabuthema zum Mainstream geworden sind. Regener bringt jahrzehntelange Expertise in den Bereichen visuelle Kultur und marginalisierte Gruppen in die Diskussion ein.
In ihrer aktuellen Forschung zeichnet Regener die Geschichte humanoider "Spielzeuge" bis fast 100 Jahre zurück. Während Sexpuppen einst auf Nischenmärkte beschränkt waren, haben sie sich seit den 1980er-Jahren – besonders in Europa – stark kommerzialisiert. Fortschritte in der Silikontechnologie und der Online-Handel haben sie in den Massenmarkt gedrängt, doch die ethischen Debatten darüber halten an.
Zwar steigt die Nachfrage, doch auch die regulatorische Überprüfung wird schärfer. Die EU-Untersuchung im Rahmen des Digital Services Act 2024 gegen Plattformen wie SHEIN, die angeblich kindchenhafte Puppen verkauft haben sollen, zeigt die anhaltenden Bedenken hinsichtlich Realismus und Objekthaftigkeit. Regener analysiert zudem das Zusammenspiel von KI, Handwerkskunst und der kulturellen "Magie", die diese Objekte umgibt.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit Queer Nations e.V. organisiert, einer Berliner Initiative. Als emeritierte Professorin der Universität Siegen forscht Regener zu medialen Darstellungen kontroverser Themen. In ihrem Vortrag wird sie den Wandel gesellschaftlicher Einstellungen beleuchten – von Stigmatisierung bis zu vorsichtiger Akzeptanz.
Die Diskussion findet im Rahmen der taz-Reihe Queer Talk statt und bietet eine Plattform für kritischen Austausch über Technologie, Ethik und Repräsentation. Regener will die Rolle dieser Puppen in der modernen Kultur einordnen – von ihren Anfängen bis zum heutigen komplexen Markt. Die Veranstaltung wirft grundsätzliche Fragen zu Zustimmung, Realismus und den Grenzen der Kommerzialisierung auf.






