28 March 2026, 14:06

Warendorf behält umstrittene Straßennamen trotz NS-Vergangenheit bei

Eine belebte Stadtstra├če mit Fahrzeugen, einem Gehweg, Strommasten, Geb├Ąuden, B├Ąumen und einem bew├Âlktem Himmel, mit einem Geb├Ąude mit der Aufschrift "Capas Public Market" im Vordergrund.

Warendorf behält umstrittene Straßennamen trotz NS-Vergangenheit bei

Stadt Warendorf behält drei umstrittene Straßennamen bei

Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, drei umstrittene Straßennamen unverändert zu lassen. Dies geschieht trotz der Empfehlung eines Bürgergremiums, sie wegen ihrer historischen Verbindungen zum Nationalsozialismus umzubenennen. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren letztlich finanzielle Bedenken und die lokale Meinung.

Bei den betroffenen Straßen handelt es sich um die Heinrich-Tenhumberg-Straße, die Wagenfeld-Straße und den Agnes-Miegel-Weg. Eine Bürgerinitiative hatte gefordert, sie umzubenennen, da ihre Namensgeber Verbindungen zur NS-Zeit hätten. Dennoch lehnte die Ratsmehrheit unter Führung von CDU und Freien Wählergemeinschaft (FWG) den Vorschlag ab.

Die Kosten spielten eine zentrale Rolle: Allein der Austausch der Straßenschilder hätte 5.700 Euro gekostet – ein Betrag, den die Koalition als zu hoch ansah. Der Ratsherr André Wenning (FWG) betonte zudem, dass die Präferenzen der Anwohner erhebliches Gewicht hätten.

Kompromissvorschläge, wie etwa der Austausch eines Zitats von Agnes Miegel auf der Rathaus-Gedenktafel durch eines des Warendorfer Autors Paul Schallück, wurden verworfen. Die Ratsmehrheit setzte Budgetfragen und den Verwaltungsaufwand über mögliche Alternativen. Die Gedenktafel bleibt daher vorerst unverändert.

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Reinhold Schoppmann, Mitglied der Bürgerinitiative, kritisierte das Ergebnis scharf. Die Entscheidung sei enttäuschend, insbesondere vor dem Hintergrund der historischen Belastung der Namen.

Die drei Straßen behalten somit ihre bisherigen Bezeichnungen, und auch das Agnes-Miegel-Zitat auf der Gedenktafel bleibt bestehen. Der Beschluss des Rates bedeutet, dass vorerst keine Änderungen vorgenommen werden. Finanzielle Zwänge und die Stimmung in der Bevölkerung waren die entscheidenden Faktoren für die Abstimmung.

Quelle