Solinger Kirche stärkt Schutz vor sexualisierter Gewalt – doch Vorwürfe bleiben
Leni HerrmannSolinger Kirche stärkt Schutz vor sexualisierter Gewalt – doch Vorwürfe bleiben
Die Evangelische Kirche in Solingen verfügt seit 2018 über ein Schutzkonzept, das sexualisierte Gewalt und Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung verhindern soll. Die Kirche hat zudem Maßnahmen ergriffen, um aktuelle Vorwürfe gegen eine hochrangige Führungskraft aufzuarbeiten.
Das Schutzkonzept schreibt vor, dass alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen sowie Gremienverantwortliche eine verpflichtende Schulung absolvieren müssen. Zudem sind klare Verfahren für den Umgang mit Meldungen festgelegt, darunter die Pflicht, bei Verdacht auf Straftaten die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten. Auf der Website der Kirche, www.klingenkirche.de, sind die Kontaktdaten von Beratungsstellen sowie das vollständige Konzept einsehbar.
Betroffene sexualisierter Gewalt in Solingen können sich unabhängig vom Zeitpunkt der Tat an Vertrauenspersonen oder an FABS wenden.
Annette Kurschus trat kürzlich als Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen zurück. Medienberichten zufolge soll sie Ende der 1990er-Jahre, während ihrer Tätigkeit als Gemeindepfarrerin in Siegen, von schweren Vorwürfen gegen einen Kirchenmitarbeiter gewusst haben. In ihrer Rücktrittserklärung wies sie die Vorwürfe zurück.
Thomas Förster, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Solingen und Synodalassessor, bezeichnete ihren Rücktritt als eine respektvolle Entscheidung. Er betonte, dass damit das Vertrauen der von sexualisierter Gewalt Betroffenen in den Vordergrund gestellt werde.
Das Schutzkonzept der Solinger Kirche bleibt weiterhin aktiv und zugänglich. Beratungsangebote für Betroffene stehen weiterhin zur Verfügung. Kurschus’ Rücktritt erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik, wobei sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe weiterhin zurückweist.






