RWE verwandelt Tagebau Hambach in Deutschlands tiefsten See – doch Kritik wächst
Niklas NeumannRWE verwandelt Tagebau Hambach in Deutschlands tiefsten See – doch Kritik wächst
Energiekonzern RWE plant Umwandlung eines ehemaligen Tagebaus in Deutschlands tiefsten See
Ab 2030 will der Energiekonzern RWE aus dem früheren Braunkohletagebau Hambach Deutschlands tiefsten See machen – mit einer maximalen Tiefe von 365 Metern. Kritiker warnen jedoch vor möglichen Umweltfolgen und Problemen mit der Wasserqualität.
Der künftige See wird sich über 42 Quadratkilometer erstrecken und damit deutlich tiefer sein als der Bodensee, der mit 251,4 Metern bisher den Rekord hält. RWE plant, die Grube mit Rheinwasser zu fluten, das über ein 45 Kilometer langes Leitungsnetz mit einer Kapazität von 18.000 Litern pro Sekunde herangeführt wird.
Die Befüllung wird Jahrzehnte dauern: Erst um das Jahr 2080 soll der See sein Endvolumen von 3,6 Milliarden Kubikmetern erreichen. Bereits bis 2033 soll der Wasserstand jedoch ein Drittel der endgültigen Tiefe erreichen, sodass bis 2040 ein 200 Meter tiefes Becken auf 1.200 Hektar entsteht.
Umweltschutzorganisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) üben scharfe Kritik am Projekt. Sie verweisen darauf, dass das Rheinwasser Spuren von Chemikalien und Medikamenten enthält, und fordern eine Filterung vor der Einleitung in den Tagebau. Zudem gibt es Vorbehalte wegen der früheren Rodung tausender Hektar Hambacher Forst für den Braunkohleabbau.
Letztlich wird der neue See den Bodensee um über 100 Meter übertreffen und damit zum tiefsten Gewässer Deutschlands. Bau und Flutung werden sich über 50 Jahre hinziehen, während die Diskussionen über Wasserqualität und ökologische Auswirkungen anhalten. Die erste Flutungsphase soll 2030 beginnen.






