10 June 2026, 08:03

Ruhrgebiet setzt auf Geothermie: Untergrund könnte Energiezukunft sichern

Tiefe Geothermie: Eine Karte des Bochumer Untergrunds

Ruhrgebiet setzt auf Geothermie: Untergrund könnte Energiezukunft sichern

Das Ruhrgebiet könnte mit seinem Untergrund eine Schlüsselrolle für die künftige Energieversorgung spielen. Sein geothermisches Potenzial ist beträchtlich: Pro 100 Meter Tiefe steigt die Temperatur um etwa 3 °C. Während oberflächennahe Systeme bereits Häuser beheizen, bleiben tiefere Reserven bisher weitgehend ungenutzt.

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Ein neues Projekt namens „VESTA CONTRAST“ wird die Geologie unter dem südlichen Bochum untersuchen. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, erhält es rund 330.000 Euro. Das Team wird einen fünf Kilometer langen Abschnitt erkunden und dabei Strukturen bis in 2.000 Meter Tiefe kartieren.

Die Feldarbeiten sollen im Februar 2025 beginnen und etwa eine Woche dauern. Die Forscher setzen auf die seismische Reflexionsmethode, um eine detaillierte „Schallkarte“ des Untergrunds zu erstellen. Ziel ist es, thermische Reservoirs zu lokalisieren, die Wärme für Gebäude und Industrie liefern könnten.

Tiefe Geothermie könnte bis zu einem Viertel des kommunalen und industriellen Wärmebedarfs in Deutschland decken. Doch um ganze Städte auf nachhaltige Wärmeversorgung umzustellen, braucht es bessere Kenntnisse über die tieferen geologischen Schichten. Das Projekt soll die Grundlage für eine praktische Nutzung der Geothermie in der Region schaffen. Bei Erfolg könnte es den Zugang zu einer bedeutenden erneuerbaren Energiequelle erschließen – und damit Deutschlands Bestrebungen unterstützen, Wohnhäuser und Unternehmen nachhaltig mit Wärme zu versorgen.

Quelle