30 March 2026, 06:06

Revolutionärer Filter fängt Mikroplastik aus Waschmaschinen fast vollständig ein

Nahaufnahme einer braunen und schwarzen Seeohrschnecke auf einem Plastikbehälter mit Wassertropfen.

Revolutionärer Filter fängt Mikroplastik aus Waschmaschinen fast vollständig ein

Wissenschaftler der Universität Bonn haben einen neuartigen Filter entwickelt, der Mikroplastikpartikel auffangen soll, die von Waschmaschinen freigesetzt werden. Die von Fischkiemen inspirierte Technologie könnte die Menge an Kunststofffasern, die in die Umwelt gelangen, drastisch reduzieren. Bisher hat noch kein Hersteller den Filter übernommen – doch die Forscher hoffen, dass große Marken bald auf die Innovation aufmerksam werden.

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Der Filter funktioniert, indem er Abwasser durch ein trichterförmiges System leitet, das die Mikroplastikteilchen zu einem Auslass rollt, wo sie entfernt werden können. Erste Tests zeigen, dass er über 99 Prozent der Kunststofffasern einfängt, ohne zu verstopfen. Sein Design, das sich am Kiemenreusensystem von Fischen orientiert, verspricht zudem geringe Herstellungskosten.

Eine typische Waschmaschine in einem Vier-Personen-Haushalt setzt pro Jahr bis zu 500 Gramm Mikroplastik frei. Diese Partikel passieren Kläranlagen und landen oft als Düngemittel auf Feldern. Studien haben inzwischen Mikroplastik in Muttermilch, Plazenten und sogar in menschlichem Gehirngewebe nachgewiesen – mit besorgniserregenden Fragen zu möglichen Langzeitfolgen für die Gesundheit.

Die Universität Bonn und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik haben die Technologie in Deutschland patentieren lassen und planen, den Schutz auf die gesamte EU auszuweiten. Zwar hat noch kein Hersteller den Filter in seine Geräte integriert, doch die Forscher gehen davon aus, dass führende Produzenten wie AEG, Siemens oder Samsung – von denen einige bereits externe Filter anbieten – die Technologie innerhalb der nächsten fünf Jahre übernehmen könnten. Der Erfolg hängt jedoch von weiteren Tests und dem Interesse der Industrie ab.

Die Hersteller werden aufgefordert, den Filter zu verfeinern und in zukünftige Waschmaschinenmodelle einzubauen. Bei flächendeckender Nutzung könnte die Innovation den Eintrag von Mikroplastik in Gewässer und die Nahrungskette deutlich verringern.

Der neue Filter bietet eine vielversprechende Lösung für ein wachsendes Umweltproblem. Seine hohe Effizienz und die geringen Kosten machen ihn für Gerätehersteller attraktiv. Ob er sich durchsetzt, wird jedoch von der Zusammenarbeit zwischen Forschern und Herstellern in den kommenden Jahren abhängen.

Quelle