23 May 2026, 16:10

NRW-Polizei blickt kritisch auf ihre NS-Vergangenheit zurück

POL-RE: Kreis Recklinghausen/Bottrop: Internet-Themenseite "Orte der Polizeigeschichte" präsentiert

NRW-Polizei blickt kritisch auf ihre NS-Vergangenheit zurück

Ein neues Forschungsprojekt in Nordrhein-Westfalen setzt sich mit den dunklen Kapiteln der regionalen Polizeigeschichte auseinander. Die Initiative mit dem Titel „Orte der Polizeigeschichte“ untersucht, wie sich die Polizei von einer öffentlichen Dienstleistungsbehörde zu einem Instrument der Unterdrückung unter der NS-Herrschaft wandelte. Die Verantwortlichen betonen heute die Notwendigkeit, aus diesen historischen Versäumnissen zu lernen, um ihre Wiederholung zu verhindern.

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Das Projekt, ins Leben gerufen von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW), wurde am 9. Dezember 2024 gestartet. Auf einer interaktiven Website werden rund 50 zentrale Schauplätze der Polizeigeschichte der Region verortet – mit besonderem Fokus auf die Weimarer Republik und die NS-Zeit. Einer dieser Orte ist das Polizeipräsidium Recklinghausen an der Westerholter Straße, wo die neu gestaltete Ausstellung „Wir erinnern“ nun die Gräueltaten der 1930er- und 1940er-Jahre dokumentiert.

Während der Weimarer Republik gab sich die Polizei in Nordrhein-Westfalen als „Freund und Helfer“ der Bevölkerung. Dieses Bild zerbrach unter der NS-Diktatur, als Beamte zu Komplizen staatlicher Gewalt wurden. Das Recklinghäuser Präsidium selbst diente der Gestapo als Folterstätte. Gleichzeitig war das örtliche Polizeibataillon 316 an Massenerschiessungen in den besetzten Gebieten beteiligt und tötete Tausende.

Die Recklinghäuser Polizeipäsidentin Friederike Zurhausen hat sich offen mit der Vergangenheit der Behörde auseinandergesetzt. Sie betont, dass die Aufarbeitung dieser Geschichte essenziell für die Ausbildung neuer Beamter und die Stärkung demokratischer Werte sei. Die Ausstellung „Wir erinnern“ soll bei Nachwuchskräften die Widerstandsfähigkeit gegen Extremismus fördern, indem sie die Folgen unkontrollierter Macht vor Augen führt.

Die Website „Orte der Polizeigeschichte“ ist nun für die Öffentlichkeit unter polizei.nrw/presse/learning-from-the-past-research-project-sites-of-police-history-unveiled zugänglich. Projekt und Ausstellungen dienen als dauerhafte Mahnung an vergangene Verbrechen. Durch die Verankerung dieser Lehren in der Ausbildung will die nordrhein-westfälische Polizei sicherstellen, dass sich solche Missbräuche nie wiederholen.

Quelle