Mönchengladbach trotzt dem Insolvenz-Trend mit klugen Investitionen und Wachstum
Lea WagnerMönchengladbach trotzt dem Insolvenz-Trend mit klugen Investitionen und Wachstum
Mönchengladbach schwimmt gegen den bundesweiten Trend und verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Insolvenzen. Während in ganz Deutschland die Unternehmens- und Verbraucherpleiten zunahmen, sank die Zahl der Firmeninsolvenzen in der Stadt um 8,0 Prozent, die der Privatinsolvenzen sogar um 9,0 Prozent. Verantwortliche führen diese Widerstandsfähigkeit auf gezielte Investitionen und eine breite wirtschaftliche Aufstellung zurück.
Die Stärke der Stadtwirtschaft basiert auf Schlüsselsektoren wie Logistik, Maschinenbau, Gesundheitswesen und digitale Dienstleistungen. Seit 2020 treiben Initiativen wie Wirtschaftsstandort Mönchengladbach das Wachstum voran – unterstützt durch erhebliche Fördermittel. Über 50 Millionen Euro flossen in den Logistikpark Nord (2022–2025), um die Logistikkapazitäten auszubauen. Weitere 30 Millionen Euro wurden in das Cluster RheinRuhr.Machinery (2021–2024) investiert, wovon Unternehmen wie Louis Seeger profitierten, während 15 Millionen Euro das Gesundheitswesen über das Programm Health@Work modernisierten. Die digitalen Dienstleistungen erhielten 25 Millionen Euro für Standorte wie den Digital Hub Rheinland, wodurch bis 2025 mehr als 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen.
Bundesweit stiegen die Unternehmensinsolvenzen um 8 bis 10 Prozent, in Nordrhein-Westfalen gab es 2024 sogar einen Anstieg um 23,4 Prozent. Doch Mönchengladbach stach als einzige Großstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf mit einem Rückgang der Insolvenzverfahren um 7,5 Prozent hervor. In den Nachbarregionen dagegen kletterten die Zahlen um 6 bis 19 Prozent.
Auch bei den Steuern zeigt sich Stabilität: Der Gewerbesteuerhebesatz liegt seit 2016 unverändert bei 490 Prozent. Laufende Projekte wie der Wissens- und Innovationscampus, die Textilfabrik 7.0 und ein neuer Industriepark am Flughafen sollen den Aufschwung weiter tragen. Im IW-Dynamikranking 2024, das das Wirtschaftswachstum in 401 deutschen Regionen misst, belegte Mönchengladbach Platz 27.
Der Rückgang der Insolvenzen in Mönchengladbach ist das Ergebnis strategischer Investitionen und einer vielfältigen Wirtschaftsstruktur. Mit anhaltenden Projekten und einer stabilen Steuerpolitik festigt die Stadt ihre wirtschaftliche Position weiter – ein deutlicher Kontrast zu den steigenden Pleiten auf regionaler und nationaler Ebene.






