Millarden sparen: Wie gemeinsame Netzanschlüsse die Energiewende beschleunigen könnten
Leni HerrmannMillarden sparen: Wie gemeinsame Netzanschlüsse die Energiewende beschleunigen könnten
Eine neue Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln zeigt Wege auf, wie die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland gesenkt werden können. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die gemeinsame Nutzung von Netzanschlüssen für Solar- und Windparks jährlich Milliarden einsparen könnte. Gleichzeitig kämpfen Netzbetreiber mit der steigenden Nachfrage nach neuen Stromleitungen, da die Zahl der Ökostrom-Projekte wächst.
In einem separaten Schritt hat das Schweizer Bundesamt für Energie ein Dashboard eingeführt, um die Transparenz bei Solarstromprognosen zu verbessern. Das Tool stellt regionale Erzeugungsdaten bereit, die dabei helfen, die Stromversorgung effizienter zu steuern.
Der EWI-Bericht konzentriert sich auf die Optimierung von Netzanschlüssen, um Kosten und Verschwendung zu reduzieren. Derzeit benötigen Solar- und Windkraftanlagen oft separate Netzverknüpfungspunkte, was die Ausgaben in die Höhe treibt. Durch die gemeinsame Nutzung dieser Anschlüsse an einzelnen Standorten könnten laut Studie jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro eingespart werden.
Gemeinsame Anschlüsse würden auch die Netzeffizienz steigern. Der Bericht betont, dass eine bessere Auslastung der bestehenden Infrastruktur den Bedarf an Einspeisemanagement – also das Abregeln von überschüssigem Ökostrom – verringern könnte. Hinter den Netzanschlusspunkten installierte Batteriespeicher könnten zusätzliche Verluste mindern, indem sie Überschussstrom speichern.
Allerdings warnt die Studie, dass die aktuellen Anreize für die Netzoptimierung unzureichend sind. Ohne bessere politische Rahmenbedingungen könnten Ineffizienzen zu höheren Kosten und Wohlfahrtsverlusten führen. Das EWI berechnet, dass der Ausbau der Verteilnetze für erneuerbare Energien bis 2045 durchschnittliche Investitionen in Höhe von 350 Milliarden Euro erfordern wird, wobei die Anschlusskosten zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt liegen dürften.
Das neue Dashboard des Schweizer Bundesamts für Energie zielt darauf ab, ähnliche Herausforderungen zu bewältigen. Durch Echtzeit-Prognosen zur Solarstromerzeugung unterstützt das Tool Netzbetreiber und Energiehändler bei der besseren Planung. Regionale Daten ermöglichen ein ausgeglicheneres Verhältnis von Angebot und Nachfrage und entlasten so das System.
Das EWI betont zudem die Notwendigkeit neuer Geschäftsmodelle, um zusätzliche Speicherlösungen zu finanzieren. Mit dem Wachstum der erneuerbaren Kapazitäten steigt auch der Bedarf an Batterien und anderen Technologien zur Speicherung von Überschussenergie. Ohne angemessene Finanzierung könnten Netzengpässe und Energieverschwendung häufiger auftreten.
Die Vorschläge des EWI könnten die Kosten des deutschen Ökostrom-Umbaus deutlich senken. Gemeinsame Netzanschlüsse und verbesserte Speichermöglichkeiten würden den Druck auf die Netzbetreiber verringern und gleichzeitig Verschwendung reduzieren. In der Schweiz bietet das neue Solar-Dashboard klarere Daten zur Unterstützung des Netzbetriebs.
Beide Maßnahmen zielen darauf ab, die Energiesysteme effizienter zu gestalten, während die Nachfrage nach sauberem Strom steigt. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig klügere Politiken und Investitionen sind, um die Energiewende erfolgreich zu bewältigen.






