Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für den Kampf um Demokratie in Belarus
Leni HerrmannMaria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für den Kampf um Demokratie in Belarus
Belarusische Aktivistin Maria Kalesnikava nimmt Karlspreis persönlich entgegen
Die belarusische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am vergangenen Wochenende endlich den Internationalen Karlspreis zu Aachen persönlich in Empfang nehmen können. Die am Samstag in Aachen verliehene Auszeichnung ehrt ihren Einsatz für die Demokratie in Belarus. Den Preis hatte sie 2022 gemeinsam mit den Oppositionspolitikerinnen Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja erhalten – damals jedoch noch in Abwesenheit.
Als die drei Frauen vor zwei Jahren mit dem Karlspreis ausgezeichnet wurden, saß Kalesnikava noch in Belarus im Gefängnis. Erst vor wenigen Monaten freigelassen, lebt sie nun in Deutschland und sprach bei der Feier offen über ihre Gefühle. In einem Interview beschrieb sie die Freude, die Ehrung endlich entgegennehmen zu können, betonte aber, dass ihre Gedanken bei denen seien, die noch immer in Belarus inhaftiert sind.
Sie lobte Aachen für seine reiche Geschichte und die Art, wie die Stadt ihr Erbe an jüngere Generationen weitergibt. Seit 1950 wird hier der renommierte Preis verliehen, der Persönlichkeiten würdigt, die sich für die europäische Einigung einsetzen. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und António Guterres.
Trotz ihrer neu gewonnenen Freiheit setzt sich Kalesnikava weiterhin für politische Gefangene in Belarus ein. Sie rief europäische Regierungen auf, belarusische Exilanten zu unterstützen und jenen beizustehen, die sich innerhalb des Landes gegen die Diktatur stellen. Ihre Rede war geprägt von Dankbarkeit und Entschlossenheit für die Zukunft ihrer Heimat.
Der Karlspreis unterstreicht Kalesnikavas unerschütterliches Engagement für demokratische Werte. Ihre Anwesenheit in Aachen markiert einen persönlichen Meilenstein nach Jahren in Haft. Gleichzeitig erinnert die Zeremonie an den anhaltenden Kampf für Menschenrechte in Belarus.