Lehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – und arbeitete heimlich als Heilpraktikerin
Niklas NeumannLehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – und arbeitete heimlich als Heilpraktikerin
Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel in Nordrhein-Westfalen bezieht seit über 16 Jahren bezahlten Krankengeldbezug – ohne ausreichende Begründung. In dieser Zeit soll sie parallel als Alternativmedizinerin gearbeitet haben, während sie weiterhin ihr volles Gehalt vom Land erhielt.
Ihr letzter regulärer Unterrichtseinsatz datiert aus dem Jahr 2009, bevor sie ärztliche Atteste vorlegte, die eine psychische Erkrankung bescheinigten. Trotz ihrer jahrelangen Abwesenheit wurde von den Behörden niemals eine amtliche medizinische Untersuchung eingeleitet.
Ermittler durchsuchten kürzlich ihre Wohnung in Duisburg und beschlagnahmten Unterlagen sowie digitale Geräte. Der Verdacht: Sie könnte durch falsche Angaben gegenüber dem Staat einen gewerblichen Betrug begangen haben. Der Fokus der strafrechtlichen Ermittlungen liegt auf dem Zeitraum von 2021 bis 2025, da frühere Jahre möglicherweise bereits verjährt sind.
Während ihres Krankengeldbezugs soll die Pädagogin als Heilpraktikerin tätig gewesen sein und sogar an einem Existenzgründungswettbewerb teilgenommen haben. Nun prüfen die Behörden, ob sie gemeinsam mit einer Mitarbeiterin der Bezirksregierung Düsseldorf, die in ihren Fall involviert war, ihre dienstlichen Pflichten verletzt haben.
Als Reaktion darauf plant Nordrhein-Westfalen schärfere Kontrollen bei langfristigen oder wiederkehrenden Krankschreibungen, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern. Die Ermittlungen laufen noch, ob die Lehrerin den Staat betrogen hat, während sie ihr Gehalt bezog. Bei einer Verurteilung drohen ihr rechtliche Konsequenzen, während die geplanten Reformen darauf abzielen, die Überprüfung von Langzeiterkrankungen zu verschärfen.






