Kölner Dom führt 2026 Eintrittsgeld für Touristen ein – Gläubige bleiben frei
Lara LangeEhemaliger Dome-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für Kölner Dom - Kölner Dom führt 2026 Eintrittsgeld für Touristen ein – Gläubige bleiben frei
Kölner Dom: Eintrittsgeld ab 2026? Weltberühmte Kirche plant Gebühren für Touristen
Der Kölner Dom, eine der bekanntesten katholischen Kirchen der Welt, könnte bald Eintrittsgelder von Besuchern verlangen. Die Welterbestätte, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht und die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergt, war bisher kostenlos zugänglich. Nun planen die Verantwortlichen, ab Juli 2026 eine Gebühr von 12 bis 15 Euro für Touristen einzuführen – eine Entscheidung, die heftige Diskussionen auslöst.
Finanzielle Not treibt die Pläne voran Hinter dem Vorhaben stehen drängende finanzielle Probleme. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf 16 Millionen Euro, und seit 2019 häufen sich die Defizite. Um die Lücke zu schließen, soll künftig von Touristen eine Gebühr erhoben werden, während Gläubige weiterhin kostenlosen Zutritt erhalten. Doch der Plan stößt auf Widerstand: Bei einer Umfrage lehnten 52 Prozent der Leser die Zahlung ab.
Kritik von Expertin: "Der Dom wird zur Touristenattraktion" Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, äußert scharfe Kritik. Ein Eintrittsgeld könne den Dom in eine "museumsähnliche Sehenswürdigkeit" verwandeln, warnt sie. Als "missionarisches Angebot der Kirche" dürfe der Dom nicht nur denen offenstehen, die es sich leisten könnten. Zudem fürchtet sie, dass sinkende Besucherzahlen die spirituelle Atmosphäre des Bauwerks verändern könnten.
Gespaltene Meinung: Notwendigkeit oder Ungerechtigkeit? Die Reaktionen der Öffentlichkeit fallen zwiespältig aus. Viele empfinden die Gebühr als ungerecht, andere halten sie für unvermeidbar, um den Erhalt des Doms zu sichern. Als Alternativen werden diskutiert: kostenloser Eintritt für Kölner Bürger an bestimmten Tagen, eine stärkere Nutzung der Kirchensteuer oder strengere Kostenkontrollen – etwa durch die Beschränkung von Neueinstellungen auf dringend benötigtes Personal.
Start 2026: Gläubige bleiben befreit Ab Mitte 2026 soll die Gebühr greifen, während Gottesdienstbesucher weiterhin frei bleiben. Die Pläne spiegeln den Konflikt wider zwischen dem Erhalt eines kulturellen Erbes und der Gewährleistung von Zugang für alle – unabhängig vom Geldbeutel.